Äpfel zum Geburtstag
29.10.2008 | 10:14 Uhr 2008-10-29T10:14:00+0100Die evangelischen Kirchen in Witten feiern den Reformationstag mit einem zentralen Festgottesdienst. Angelehnt an ein Zitat Luthers verteilen die Pfarrer am Freitag Äpfel in der Stadt und laden in die Johanniskirche ein.
Keine Sorge, bis Weihnachten dauert es noch einige Wochen. Dennoch muss der Küster der Johanniskirche am Freitag eine Bestuhlung bereitstellen, wie sie sonst nur am Heiligen Abend vorkommen. Über 500 Besucher werden erwartet, wenn die evangelischen Kirchen am Reformationstag ab 19 Uhr ihre Geburtsstunde zelebrieren.
Am 31. Oktober schließen sich die Kirchengemeinden in Witten traditionell zusammen und veranstalten einen zentralen Reformationsgottesdienst. In diesem Jahr gestaltet die Schnittstelle am Kornmarkt das Programm. „Pfarrerin Antje Rösener wird eine Predigt der besonderen Art halten”, sagt Iris Battenfeld, selbst Pfarrerin und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit in der Schnittstelle. „Der inhaltliche Schwerpunkt ist kein biblischer Text, sondern ein Lied.” Aber nicht irgendeins: „'Eine feste Burg ist unser Gott' gehört zum Reformationstag wie 'Oh du fröhliche' zu Weihnachten”, sagt Battenfeld.
Beim musikalischen Programm geht es ebenso traditionell wie modern zu. Bekannte Orgelstücke werden mit einem stimmgewaltigen Gospelchor kombiniert. "Und die Bläser spielen swingende Klänge", sagt Pfarrer Hinrich Schorling von der Kreuzgemeinde.
Um auch außerhalb des Gottesdienstes an den Reformationstag und dessen Identifikationsfigur Martin Luther zu erinnern, verteilen die Pfarrer der beteiligten Gemeinden am Freitag Vormittag an zentralen Punkten der Stadt Äpfel an Passanten. Denn Martin Luther soll gesagt haben: „Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apefelbäumchen pflanzen.” „Wir verteilen über 1200 Äpfel mit Einladungen zum Gottesdienst auf den Straßen”, sagt Pfarrer Bernd Neuser, der stellvertretende Vorsitzende des Dachverbandes Evangelisch in Witten (eiW).
Dass der Reformationstag auf das gleiche Datum fällt, wie das besonders in den USA gefeierte Halloween-Fest, stört die Veranstalter des Gottesdienstes wenig. "Halloween geht mir zwar tierisch auf die Nerven", sagt Pfarrer Schorling. "Aber", fügt Battenfeld hinzu, "es ist die beste Werbung, die wir kriegen können."
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