Ab in die Mitte
20.10.2011 | 18:57 Uhr 2011-10-20T18:57:00+0200
Witten.Insgesamt wohnen in Witten etwa 98 000 Menschen. Ein Drittel von ihnen lebt im Stadtzentrum. Witten Mitte ist zumindest, wenn es um die Einwohnerzahl geht, Spitzenreiter.
Auf den ersten Blick bietet die Innenstadt von Witten schon einiges, sie wirkt allerdings eher klein. Ein paar Geschäfte, eine Stadtgalerie und bald ein neuer Zentraler Omnibusbahnhof. Wenn man allerdings die Bahnhofstraße einmal verlässt, merkt man erst, wie groß Witten-Mitte eigentlich ist. Der Stadtteil unterteilt sich noch einmal in den Crengeldanz, den Hohenstein, Oberdorf-Helenenberg, das Industriegebiet mit den Deutschen Edelstahlwerken, die Krone und den Bereich des Hauptfriedhofs. 33 338 Menschen leben in der Innenstadt und ihren Randbezirken. Eine von ihnen ist Beate Soltau und ihre Tochter Anna-Lena.
Im Oberdorf haben die beiden ihr Zuhause gefunden. Nahe am Albert-Martmöller-Gymnasium mag Beate Soltau das Leben so nahe am Zentrum. Und das zum größten Teil aus praktischen Gründen. Denn ihre Tochter hat Diabetes. „Das heißt, ich muss andauernd mit ihr zu Ärzten und in die Apotheke. Da ich nicht motorisiert bin, blieb mir nichts anderes übrig, als ins Zentrum zu ziehen.“
Als Kind lebte die Mutter in Rüdinghausen, dann zwei Jahre in Baden-Württemberg. Als sie wieder in ihre Heimat kam, war sie gerührt. „Das ist einfach mein Zuhause, auch wenn Witten eigentlich keine schöne Stadt ist. Als ich nach zwei Jahren das erste Mal wieder auf dem Rathausplatz stand, habe ich vor Rührung angefangen zu weinen“, erzählt Beate Soltau.
Man kommt schnell überall hin
Dass das Zentrum als Wohnort so beliebt ist, liegt auch an den Möglichkeiten, schnell überall hinzukommen. Ob es nun Shopping oder die Arztbesuche sind, Witten-Mitte vereinigt alles. Allerdings müssen die Einwohner aus der Innenstadt auch mit vielen Baustellen leben. Demnächst soll der Berliner Platz fertig gestellt und der Zentrale Omnibusbahnhof eröffnet werden.
Zur Zeit kann man das jedoch nur erahnen zwischen all den Baggern und dem Schutt. Im Zentrum stehen die drei Gymnasien, Albert-Martmöller-, Schiller- und Ruhrgymnasium und beherbergen etwa 3000 Schüler, die täglich aus sämtlichen Stadtteilen Wittens anreisen. Dabei helfen vor allem die sieben Buslinien, die im 20-minütigen Takt die Haltestelle „Marienhospital“ bedienen.
Beate Soltau weiß um die Vor- und Nachteile des Lebens in der Innenstadt. Für sie gibt es allerdings eindeutig mehr positive Aspekte. Vor allem eines gefällt der alleinerziehenden Mutter immer wieder: „Ich falle dreimal aus der Haustür und bin überall dort, wo ich sein will. Ob Supermarkt oder Ärzte für mein Kind - alles ist zentral vor Ort.“
19:35
Was Frau Soltau da beschreibt, kenne ich selber nur gut genug. Auch meinereiner hat mal diese Stadt verlassen - um genau zu sein für 25 Jahre - und hatte sich gefreut, wieder hier zu sein. Auch Innenstadt. Doch was war? Nichts mehr war so schön wie ehemals: selbst die Menschen waren irgendwie anders geworden.
Dann ging´s ab nach Stockum, und was soll ich sagen? Es war wie Witten früher, nur im Kleinen. Nette Menschen, alle Angebote inklusive Ärzte und Apotheken und Buchhandlungen und und und vor Ort vorhanden. Keinerlei Anonymität, sondern freundliches und nettes menschliches Miteinander. DARAUF hatte ich mich gefreut, als ich wieder nach Witten kam, weil genau DAS Heimat bedeutete. In der Innenstadt gab´s das nicht mehr. Und was den Rathausplatz angeht, wo Frau Soltau heulen mußte, als sie ihn wieder betrat ....
Mit gerade DEM verbinde ich derart viele schöne und gute Erinnerungen, die aber auf dem neugestalteten Plattenvorbau vorm Rathaus SO nie hätten entstehen KÖNNEN.
Um es gnädig und ohne Zorn auszudrücken: Witten hat es in den letzten 20 Jahren geschafft, sein innerstädtiche Seele zu begraben und lernt kein Stück aus den Sünden der vergangenene Jahre. Stattdessen wird zeitgeistig HINTERHERgehechelt. Früher kam man GERNE in diese Stadt - heutzutage sieht´s leider völlig anders aus !!!!