Jobsuche : Andere Zugänge erforderlich
Migranten werden bei der Jobsuche benachteiligt. Das bestätigt eine neue Studie des Instituts für Zukunft der Arbeit. Daran etwas ändern möchte die Kompetenzagentur LotsEN, die am Dienstag eine Fachtagung in der Werkstadt abhielt. Wir sprachen mit Projektleiterin Muna Hischma.
Rund 50 Teilnehmer kamen am Dienstag zu einer Fachtagung mit dem Thema „Migration im Übergang Schule/Beruf – (un)genutzte Potenziale?”, zu der die Kompetenzagentur LotsEN in die Werkstadt eingeladen hatte.
Eine Studie des Instituts für Zukunft der Arbeit bestätigt, dass die Jobsuche für Migranten schwieriger ist – unabhängig von der Qualifikation. Was läuft falsch?
Hischma: Oft steht die elterliche Unterstützung im Vordergrund. Teils sind es Defizite in der Mutter- und der deutschen Sprache. Teils handelt es sich aber auch wirklich um institutionalisierte Ausgrenzung. Die Zahlen sind so alarmierend, dass wir davon ausgehen müssen, dass es in unserem Kreis ähnlich ist.
Was kann die Kompetenzagentur leisten?
Wir betreuen derzeit rund 90 Jugendliche, davon hat die Hälfte einen Migrationshintergrund. Wir führen Einzelberatungsgespräche durch, machen auch kreisweit Hausbesuche. Wir vermitteln Ausbildungsplätze, aber auch Praktikumsplätze oder psychosoziale Hilfe oder wir unterstützen bei der Bewerbung. Das alles ist kostenlos, weil es durch die EU gefördert ist. Es setzt aber auch die Freiwilligkeit der Jugendlichen voraus.
Und was hat die Tagung für Ergebnisse hervorgebracht?
Andere Zugänge sind erforderlich. Ein Beispiel: Schreiben Sie Eltern von Migranten nur an, kommen wenige zu einem Elternabend. Rufen Sie persönlich an, ist der Rücklauf viel höher. Wir müssen Migrantenorganisationen stärker einbeziehen, weil sie einen anderen Zugang haben. Die JobAgentur schult ihre Mitarbeiter in interkultureller Kompetenz; sowas muss verstärkt werden. Die Ergebnisse übergeben wir dem Bildungsbüro des Kreises.







