35 weitere Leute bei Wittener Firma Habermann freigestellt

Habermann-Mitarbeiter trafen sich nach der Informationsveranstaltung des Insolvenzverwalters am Montag vor dem Werkstor an der Wittener Goethestraße.Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
Habermann-Mitarbeiter trafen sich nach der Informationsveranstaltung des Insolvenzverwalters am Montag vor dem Werkstor an der Wittener Goethestraße.Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei Habermann sind weitere 35 Mitarbeiter freigestellt worden. Der Industriekonzern Sulzer soll sich für die Pumpen-Produktion interessieren.

Witten..  Ernste, fassungslose, traurige Gesichter bei Habermann: Auf einer Informationsveranstaltung am Hauptsitz des Unternehmens an der Goethestraße hatte Insolvenzverwalter Dr. Markus Wischemeyer die Mitarbeiter des Pumpenbereichs am Montag darüber informiert, dass 35 Leute ab Mittwoch, 1. Juli, von der Arbeit freigestellt sind. Der Schweizer Industriekonzern Sulzer soll sich für den Bereich Pumpen-Produktion bei Habermann interessieren, war zu hören.

Den Namen des möglichen Investors wollte Insolvenzverwalter Wischemeyer gestern nicht bestätigen. Aus der Belegschaft hieß es jedoch, dass Vertreter von Sulzer am Montag in Witten Gespräche mit dem Habermann-Betriebsrat führen werden, diesem ihre Pläne genauer erläutern wollen.

Für den Habermann-Unternehmensbereich Kunststoff-Fertigung wurde, wie berichtet, bereits ein neuer Chef gefunden. Der neue ist der alte Boss, wie Montag zu erfahren war: Matthias Aust, ehemaliger Habermann-Geschäftsführer, bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass er ab 1. Juli mit der neuen Firma „Habermann Materials GmbH“ als Geschäftsführer im Wullener Feld die Arbeit aufnehmen möchte. Die bisher dort tätigen 60 Mitarbeiter würden weiter beschäftigt.

Kritische Stimmen zur neuen Kunststoff-Fertigung unter Aust

Aus der Belegschaft waren gestern hierzu auch kritische Stimmen zu hören. Wie solche, die meinten, der ehemalige Habermann-Chef sei schließlich für die Insolvenz des Unternehmens entscheidend mitverantwortlich. Aust erhalte eine neue Chance, so mancher seiner alten Mitarbeiter nicht. Dieser betonte, dass er mit seinem neuen Betrieb künftig Kunststoffteile unter anderem für Betonmischer und den Maschinenbau fertigen will.

Die Saugbagger-Produktion von Habermann wurde ebenfalls verkauft. Wie es am Montag hieß, an das Wittener Unternehmen Düchting Pumpen Maschinenfabrik & Co. KG. Insolvenzverwalter Wischemeyer wollte sich auch zu diesem Käufernamen nicht äußern, bestätigte aber, dass die fünf Arbeitsplätze in diesem Produktionsbereich erhalten bleiben.

Ex-Opelaner unter den Freigestellten

Zum 1. Juni waren bei Habermann bereits rund 20 Mitarbeiter freigestellt worden. Darunter Andre Baginski. Der 38-Jährige: „Ich bin jetzt arbeitslos.“ Baginski ist auch ein Ex-Opelaner. „Ich habe von 1993 bis 2010 im Bochumer Werk 1 gearbeitet.“ Mit dem Wechsel zu Habermann nach Witten glaubte der Maschinenbau-Techniker einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Die Entscheidung, wer und warum bei Habermann gehen muss, sei nicht transparent gemacht worden, kritisierte Baginski.

Hinter der Habermann-Belegschaft liegen Monate des Bangens und Hoffens. Im März war für das Wittener Traditionsunternehmen ein Insolvenzantrag beim Bochumer Insolvenzgericht gestellt worden. 180 Mitarbeiter waren betroffen. Am 1. Juni wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.