15. Mai in Witten als Hochzeitstag fast ausgebucht

Karin und Peter Wichlein – ganz närrisch – wurden vom Standesbeamten Volker Banhold getraut.
Karin und Peter Wichlein – ganz närrisch – wurden vom Standesbeamten Volker Banhold getraut.
Foto: FotoPool
Was wir bereits wissen
In Witten heiraten Leute aus dem Umkreis am liebsten, sagt Standesbeamter Volker Banhold. Woran das liegt, erzählt er im Interview.

Witten..  Neues Jahr, neues Glück. Auch in der Liebe? Volker Banhold, der seit 1998 Standesbeamter und selbst seit 30 Jahren verheiratet ist, wird mit seinem Team in Witten wieder etliche Paare trauen. Wir sprachen mit ihm über die Lieblingsplätze der zukünftigen Eheleute, ausgebuchte Termine – und über Scheidungen.

Wie viele Paare haben sich im letzten Jahr getraut?

Volker Banhold: Wir hatten in Witten 648 Eheschließungen plus elf Lebenspartnerschaften, also gleichgeschlechtliche Paare, die den Bund fürs Leben eingegangen sind. 2013 waren es 667 plus sechs Lebenspartnerschaften. Wer Homosexuelle nicht trauen will, der ist übrigens davon freigestellt. Früher gab’s da mal einen Kollegen. Aber von uns hat keiner ein Problem damit.

Sind das im Vergleich insgesamt viele Eheschließungen?

Witten ist der beliebteste Heiratsort im Umkreis. Über 50 Prozent der Leute, die hier heiraten, kommen aus anderen Städten. Woanders sind die Zahlen eher rückläufig, bei uns sind sie absolut stabil.

Woran liegt’s?

Bei uns können Sie ein Jahr im Voraus Ihren Wunschtermin buchen. Das ist für viele wichtig, weil auch die Feierlichkeiten drumherum oft langfristig geplant werden. Außerdem bieten wir nicht nur feste Tage – jeweils Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag bis 13 Uhr – in Haus Witten an, sondern sind auch freitags und samstags bis 17 Uhr im Einsatz. Sogar an Silvester würden wir arbeiten. Gerade gestern hatten wir schon eine Anfrage für den 31.12.2015. Und der 15. Mai ist so gut wie ausgebucht. Wir gehen eben sehr auf die Wünsche der Leute ein.

Wo kann man, außer in Haus Witten, in der Ruhrstadt noch heiraten?

Es gibt noch fünf Ambiente-Orte: Haus Herbede, Schloss Steinhausen, Haus Hohenstein, die Schwalbe und Zeche Nachtigall. Alle sind sehr beliebt. In Restaurants oder privat zu Hause trauen wir nicht.

Was hat sich im Laufe der Jahre bei der standesamtlichen Trauung verändert?

Da geht’s längst nicht mehr nur ums Ja-Wort. Das Festliche steht sehr im Vordergrund. Die Braut trägt gern ein weißes, aufwändiges Kleid wie früher nur in der Kirche. Und die Paare kommen per Kutsche oder Stretchlimousine. Auch Live-Musik ist oft dabei. Aber auch der Wunsch nach Traugesprächen wächst – damit die Zeremonie möglichst persönlich wird.

So viel Aufwand – und dann geht alles in die Brüche. Wie oft?

2013 hatten wir 270 Scheidungen von Paaren, die hier geheiratet haben. Über 780 Ehen wurden durch den Tod eines Partners aufgelöst. Seit 2014 können wir diese Zahlen nicht mehr trennen, weil die statistischen Daten nur noch elektronisch erfasst werden. Aber im Verhältnis zu den Eheschließungen gibt es ca. ein Drittel Scheidungen.