Abschied : „Man lernt nie aus”
Wesel. „Die Vorfreude auf neue Möglichkeiten, die gegebene Zeit zu nutzen, überwiegt eindeutig der Traurigkeit über den Abschied”, sagt Ernst Gadow. Der Oberstudienrat war 35 Jahre lang Lehrer am Konrad-Duden-Gymnasium.
Nun wurde er im Rahmen einer Feier von aktuellen und ehemaligen Kollegen, Freunden und Familie in den Ruhestand entlassen und freut sich auf den neuen Lebensabschnitt.
Nach seiner Referendariatszeit in Düsseldorf kam Gadow im Februar 1975 an das Weseler Gymnasium. Dort blieb der Lehrer für Französisch und Russisch bis zum Ende seiner Dienstzeit – auch wenn er zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn gehofft hatte, den Niederrhein bald wieder verlassen zu können. Doch sein Versetzungsantrag wurde 1977 abgelehnt und im Nachhinein ist er froh, dass es so gekommen ist: „An dieser Schule habe ich mich immer wohlgefühlt.”
Während seiner Dienstzeit war Gadow erster Ansprechpartner für den Schüleraustausch nach Lisieux (Frankreich) und Pskow (Russland). Vor allen Dingen die Reisen nach Russland seien zu Beginn ein Abenteuer gewesen, Anreisezeiten von zwei Tagen im Bus waren dabei keine Seltenheit.
Doch die große Leidenschaft von Ernst Gadow gehört dem Theater. 1996 übernahm er die Theater-AG der Schule. Ehemalige Schüler präsentierten deshalb bei seiner Verabschiedung kurze Ausschnitte aus aufgeführten Stücken der vergangenen Jahre, wie „Der Geizige” von Molière oder „Die Räuber” von Schiller. Zudem verabschiedete sich das Kollegium in kurzen Beiträgen von ihrem Kollegen. „Wer am Freitag in der 9. Stunde noch lachen kann, der ist ein echter Profi, lobte Schulleiter Dr. Heinzgerd Schott die Einstellung Gadows zu seinem Beruf.
„Auch als Lehrer lernt man nie aus”, sagte Ernst Gadow. Er hat sich für die Zukunft vorgenommen, Italienisch zu lernen und als Gasthörer an der Universität Köln seine Geschichtskenntnisse zu vertiefen.


















