Wöste kritisiert Grundschul-Pläne
22.02.2010 | 21:00 Uhr 2010-02-22T21:00:00+0100
Werdohl. CDU und Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) sind offenbar ganz dicht beeinander, wenn es darum geht, die evangelische Grundschule in die Stadtmitte zurückzuholen.
CDU und Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) waren am Wochenende zusammen auf einer Klausurtagung. Schwerpunkt der Beratung war der städtische Haushalt.
Über weitere Themen der Tagung wollen CDU und WBG heute informieren. Eine gemeinsame Stellungnahme war gestern aus Termingründen nicht möglich, hieß es.
Nach der gemeinsamen Klausurtagung am Wochenende gab es zwar noch keine gemeinsame Stellungnahme (siehe: INFO, doch der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann kündigte im WR-Gespräch vielsagend an: „Zum Thema Schule kommt von uns auch etwas.” Ingo Wöste, Geschäftsführer der Werdohler Wohnungsgesellschaft (Woge), kann sich gut vorstellen, was die CDU da auf die Tagesordnung setzen will: „Mir schwant Böses”, sagte Wöste am Montag mit Blick auf das offenbar gemeinsame Vorhaben der beiden Fraktionen, die im Rat zusammen eine satte Mehrheit haben.
Ingo Wöste hat nach seiner Einschätzung gute Gründe, für den Grundschulstandort Ütterlingsen zu kämpfen. Knapp 9,5 Millionen Euro sind seit 2003 in den Stadtteil geflossen. Bis 2013 kommen noch einmal 3,6 Millionen Euro hinzu, wenn der Antrag zum Stadtumbau West bewilligt wird. Außerdem, so Wöstes Hinweis, sind bereits Mittel aus dem Konjunkturpaket II in der Schul-Turnhalle verbaut. In diesem Jahr soll, ebenfalls mit Paket-Mitteln, die Schule renoviert werden. Ingo Wöste: „Es könnte die modernste Schule Werdohls werden.”
Das alles hat Wöste der WBG bereits nähergebracht. Zu einem informellen Gespräch Ende Oktober letzten Jahres hatte er das Team von Thomas Janikowski gebeten. Sein Schluss-Appell damals: „Zukunft wird in Ütterlingsen gestaltet! Bitte helfen Sie der Woge bei dieser Aufgabe.”
Man riskiert einen Leerstand
Wöstes Vortrag blieb offenbar ohne Wirkung bei Janikowski, der selbst im Woge-Aufsichtsrat sitzt. Erst letzten Donnerstag bekräftigte er die WBG-Absichten. Wöste dazu: „Man riskiert einen Leerstand.”

20:20
Das sagen sie so einfach! Es geht darum, dass man sich von Muslimen abgrenzen will und elitär daher kommen möchte. Meine Kinde, ich selber bin mit Muslimen groß geworden und wir haben muslimische Freunde und Freundinnen. Der WBG und der CDU geht es Grundpositionen. Die Grundposition heisst unverständlicher Weise - eine evangelische Grundschule gehört in die Stadtmitte, weil nur da ist der Geist Gottes. Nur in der Stadtmitte finden die Kinder die evangelische Erleuchtung. Unser Herrgott ist nach deren Verständnis nicht in Ütterlingsen. Es wird viel von Politikverdrossenheit gesprochen. Bei soviel Schwachsinn den die WBG und die CDU nun verzapfen habe ich gang großes Verständnis für solche Meinungen. Hat Herr Janikowski von der WBG eigentlich Kinder? Weiß er überhaupt wovon er redet?
18:42
Was bedeutet eine ev. Grundschule? Gibt es dort etwa mehr Religionsunterricht als an anderen Grundschulen? Wenn ich Glauben leben will, kann ich das dazu an jedem Standort tun. Hören wir endlich mit der Heuchelei auf. Ich brauche mich z.B. Sonntags nur in den Kirchen umschauen. Dort sehe ich dann die vielen Grundschüler. Es geht doch nur darum, einen Standort zu haben, an dem möglichst keine Ausländer in die Schule gehen. Und das unter dem Deckmäntelchen des Glaubens.
Wir sind evangelisch, unsere Tochter ist mit Ausländern in die Grundschule gegangen und aus ihr ist trotzdem was geworden, sie geht jetzt auf`s Gymnasium. Sie hat an ihrer Migrantenschule auch eine gute Bildung genossen.
15:21
Was haben die zahlreichen Muslime in Ütterlingsen von einer evangelischen Schule? -Nichts! Es wäre für alle Seiten sinnvoller, in Ütterlingsen eine ein- bis zweizügige Gemeinschaftsschule einzurichten.
21:40
Die zweite Mannschaft der CDU durfte mal zusammen mit der ersten Mannschaft trainieren. Das war sicher für die Amateure ein erhebendes Ereignis. Traurig nur, dass dann solch ein Ergebnis herauskommt. Die WBG und wahrscheinlich auch die CDU legen aus ideologischen Beweggründen die Axt an den Stadtteil Ütterlingsen. Das habe die Anwohner dort nicht verdient.