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Girls' Day

Weniger Unternehmen bieten von sich aus Praktikumsplätze an

15.02.2010 | 20:00 Uhr
Weniger Unternehmen bieten von sich aus Praktikumsplätze an

Werdohl. Der Girls' Day naht. Judith Heilmaier, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werdohl, organisiert den Praktikumstag am 22. April und hat dabei mit einem entscheidenden Problem zu kämpfen: Es wollen weniger Firmen teilnehmen.

In den Anfangszeiten des Girls' Days, erinnert sich Heilmaier im Gespräch mit der WR, hätte man noch ca. 120 Praktikumsplätze anbieten können. „Jetzt kommen wir vielleicht auf 60 Plätze.” Die übrigen interessierten Schülerinnen suchten sich ihren Einsatzort meist selber oder mit Hilfe der Lehrer. Dennoch gehe das Angebot von Seiten der Firmen zurück, so Heilmaier. Bis Ende Februar sammelt die Gleichstellungsbeauftragte noch Zusagen von den Betrieben. Dann geht die Broschüre in den Druck. Es wird also eng.

Die Wirtschaftskrise sieht Heilmaier als den Hauptgrund für die geringere Beteiligung: „Der Aufwand, den so ein Schnuppertag mit sich bringt, ist nicht zu verachten.” Zwei „Manntage” gehen laut Ulrich Remmel, Geschäftsführer der gleichnamigen Zerspanungsfirma, für ein „vernünftig organisiertes”, also gut vorbereitetes Praktikumsangebot drauf. Besonders kleine Betriebe können nicht so einfach zwei Tage lang auf einen Mitarbeiter verzichten.

Aufwand für die Firmen größer, als gedacht

Viele potenzielle Ausbildungsbetriebe stehen dem Girls' Day zudem skeptisch gegenüber. Ulrich Remmel sieht darin eher einen Tropfen auf den heißen Stein: „Ein Tag im Jahr reicht nicht, damit sich die Mädchen ernsthaft für technische Berufe begeistern können.” Das Thema „Geschlechterrollen und Berufswahl”, so Remmel, müsse auf allen Ebenen angesprochen werden, in der Schule und in der Familie. Nur so ließe sich etwas ändern.

Mehr als Denkanstoß sieht auch Judith Heilmaier den Girls' Day: „Wir wollen die Mädchen neugierig machen auf die typischen Männerberufe und ihnen zeigen, wieviele Möglichkeiten sie haben. Und den Arbeitgebern wollen wir zeigen, dass sich der drohende Facharbeitermangel auch mit klugen jungen Frauen auffangen lässt.”

Pia Mester

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