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Warnung vor

08.02.2012 | 16:55 Uhr
Warnung vor
Kriminalhauptkommissar Frank Enser klärt bei Kolpingfamilie über Trickbetrug auf.

Werdohl.Wer vermutet schon bei der netten jungen Frau, die an der Haustür schellt, um eine Nachricht für den nicht zu Hause befindlichen Nachbarn schriftlich zu hinterlegen, eine Trickbetrügerin? Während der Wohnungseigentümer Papier und Kuli holt, schleicht sich ein Mittäter in die Wohnung und stiehlt Wertsachen.

Rund 1000 ähnlich gelagerte Straften ereignen sich täglich in Deutschland, berichtete Kriminalhauptkommissar Frank Enser am Dienstagabend in der „Aktuellen Runde“ der Kolpingsfamilie im kleinen Pfarrsaal St. Michael. Enser bearbeitet bei der Polizei den Bereich „Opferschutz“, vor allem für ältere Menschen. Er berichtete von Straftaten, die vornehmlich an Senioren verübt werden.

Mit unterschiedlichen Tricks versuchen meist mehrere Täter, als eingespieltes Team unbemerkt in Wohnungen zu gelangen, um dort innerhalb weniger Minuten Wertsachen zu stehlen. Die unmöglichsten Verstecke für Schmuck oder Bargeld werden dabei aufgespürt. Und Frank Enser konnte Erstaunliches über die Höhe an Bargeld berichten, die Menschen in den Wohnungen aufheben. Er hat 79 Fälle daraufhin untersucht und nur in 15 lag die Bargeldmenge um 50 Euro. In den anderen 64 Fällen erbeuteten die Täter oft mehrere Tausend Euro.

Die Masche der Trickbetrüger ist unterschiedlich. Einmal ist es die nette junge Frau, die einem Senioren oder einer Seniorin nach dem Einkauf die schwere Tasche in die Wohnung trägt und noch auf ein Gespräch bleibt, oder die Frage an der Wohnungstür nach einem Glas Wasser oder anderen Dingen, die Wohnungseigentümer ablenken, damit Komplizen unbemerkt eindringen können. Enser ging auch auf Enkelbetrüger ein, bei denen Enkel angeblich in finanzielle Not geraten sind und Oma oder Opa telefonisch um Geld bitten, das schnell benötigt und von Freunden abgeholt wird. Natürlich war am Telefon der Trickbetrüger und kein Enkel.

Aber auch Einbruchsicherheit war am Dienstag ein Thema. Frank Enser verwies auf die kostenlose Beratung der Polizei hinsichtlich Einbruchschutz, wenn die Investition von neuen Fenstern oder neuen Türen anstehen. „Nicht das billigste Angebot nehmen, sondern auf die Sicherheit achten und die ist meist etwas teurer“, riet er. Aber auch einen Schutz an Wohnungs- und Haustüren gibt es. Die Zuhörer im kleinen Pfarrsaal erhielten wertvolle Ratschläge, die sie bei Befolgung vor Diebstählen schützen können.

Gerhard W. Sonneborn

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