Veränderung schwierig
26.03.2009 | 18:27 Uhr 2009-03-26T18:27:00+0100
Früh morgens aus dem Bett, anziehen, frühstücken und ab in die Schule: Ist das Ritual bald Vergangenheit? Gestern erlaubte die Landesregierung jedenfalls einen Schulbeginn nach 8.30 Uhr. An Werdohler Schulen begegnet man dem Thema mit Zurückhaltung.
Für Silke Neubeck, Schulleiterin der Erich Kästner-Hauptschule, stehen einem deutlich späteren Schulbeginn hauptsächlich formale Gründe entgegen. „Ein späterer Schulbeginn hat auch mit Logistik zu tun. Da kommen wir nicht 'raus”, sagte sie am Donnerstag im WR-Gespräch. Schulbeginn an der Ganztagshauptschule ist um 7.30 Uhr.
»Keine Schule im
luftleeren Raum«
Hintergrund ist das enge Korsett, das die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) für ihre Schulbusse vorsieht. „Änderungen sind dabei schlecht möglich”, sagt Neubeck und verweist auf Gespräche, die sie bereits mit MVG und Stadt geführt hat. Für die MVG gehe es danach nicht nur um eine neue Taktung der Schulbusse, sondern unter Umständen sogar um neue Busse. Noch einmal Silke Neubeck: „Wir sind eben keine Schule im luftleeren Raum”. Außerdem: „Bei unserem Ganztag würden die Schüler dann erst abends nach Hause kommen.”
Bernd Bunge, Schulleiter der Realschule Werdohl, findet den Vorschlag der Verschiebung der Schulanfangszeiten an seiner Schule unnötig. „Wer so etwas hier einrichten will, muss viel ändern", sagt er. „Die Schulanfangszeiten sind mit vielen abgesprochen worden und der Schülerbusverkehr ist mit der MVG abgestimmt. Es würde einige Komplikationen mit sich bringen, wenn die Schulzeiten nach hinten verschoben würden. Die erste Unterrichtsstunde beginnt an der Realschule Werdohl um 8.10 Uhr, und „die Mehrzahl der Schüler ist in der Lage um diese Uhrzeit zu lernen", fügt Schulleiter Bunge hinzu. Er befürchtet, dass es bei den Schülern wahrscheinlich Startschwierigkeiten gäbe, wenn der Unterricht noch früher als um 8.10 Uhr beginne. „Wir haben nicht vor, die Anfangszeiten hier zu ändern, vor allem weil die Aufnahmebereitschaft der Schüler mittags nicht mehr auf dem besten Stand ist, und viele Eltern auch am Nachmittag noch arbeitstätig sind", so Bunge.

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