VDM-Mitarbeiter zeigen Solidarität
27.01.2012 | 18:58 Uhr 2012-01-27T18:58:00+0100
Werdohl. In Bochum protestierten am Freitagmorgen Tausende Beschäftigte. Auch Arbeiter aus dem VDM-Werk in Werdohl haben sich auf den Weg gemacht – obwohl das Werk kaum Nachteile zu erwarten hat.
Zu den 4000 ThyssenKrupp-Beschäftigten, die am Freitag in Bochum gegen die Verkaufspläne für die Edelstahl-Sparte demonstrierten, gehörten auch rund 50 vom VDM-Werk Werdohl.
Eigentlich geht man in Werdohl nach wie vor davon aus, dass ein Verkauf der Sparte, zu der auch VDM gehört, an den finnischen Konzern Outokumpu nicht unbedingt mit Nachteilen für das Werdohler Werk verbunden ist.
Die Teilnahme am Protest macht aus zwei Gründen allerdings Sinn. Zum einen geht es den VDM-Mitarbeitern darum, Solidarität zu zeigen mit den Kollegen in Bochum. Schließlich wären deren Nirosta-Werk und ein Werk in Krefeld bei einem Verkauf stark gefährdet, wie am Freitag bekannt wurde. Zum anderen: Im Bochumer Warmwalzwerk werden Bänder, die VDM weiterverarbeitet, vorgewalzt.
Sollte es also tatsächlich zu einem Verkauf der Edelstahl-Sparte und zu einer Schließung von Nirosta Bochum (und Krefeld) kommen, stellt sich für VDM die Frage, wo künftig Bänder vorgewalzt werden können.
Nachhaltiges Interessebei den Finnen
Eine solche Frage scheint allerdings nicht unlösbar, zumal die Finnen eine nachhaltiges Interesse daran haben dürften, das VDM-Werk auch künftig mit ausreichend Material zu versorgen.
Schließlich sind die in Werdohl entwickelten und hier, in Altena und in Unna produzierten Legierungen in der Branche bekannt und begehrt. Die Forschung für extrem belastungsfähige und hitzbeständige Oberflächen gilt nach Experten-Meinung auf dem Weltmarkt als äußerst wettbewerbsfähig.
Über solche Qualitäten, so die Annahme hier bei VDM, verfügt der große finnische Konkurrent nicht. Mit dem Kauf der gesamten Edelstahl-Sparte würde aber auch VDM in den Besitz von Outokumpu wechseln. Welche Folgen ein solcher Besitzerwechsel für das VDM-Werk mit sich bringen würde, ist nach Meinung der Werdohler zurzeit nicht einzuschätzen.
Gestern stand zunächst einmal die gemeinsame Sorge um die Arbeitsplätze in den Nirosta-Werken Bochum und Krefeld im Mittelpunkt.
Um 10 Uhr morgens verließ der Bus mit den VDM-Mitarbeitern Werdohl. In Bochum gab es am Freitag einen Demonstrationszug durch die Innenstadt und eine Kundgebung auf dem Husemannplatz.

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