Udo Böhme: „Menschen in Arbeit halten“
19.04.2010 | 21:46 Uhr 2010-04-19T21:46:00+0200
Werdohl/Hohenlimburg.Bei ThyssenKrupp Bilstein (TKB) machen die Betriebsräte aus Werdohl und Hohenlimburg jetzt gemeinsame Sache.
Das Ziel formulierte der Werdohler Betriebsratsvorsitzende Udo Böhme am Montag so: „Wir wollen so viele Menschen wie möglich in Arbeit halten. Sie sollen nicht in Hartz IV oder in Altersarmut verfallen.“
Erstmals trafen sich am Montag die Betriebsräte beider Standorte in Hohenlimburg, um das weitere Vorgehen zu planen. Gerold Vogel, der Hohenlimburger Betriebsratsvorsitzende, sagte: „Es ist ein Skandal, wenn nur 17 von 108 Beschäftigten aus Werdohl wechseln sollen. Da fehlt uns ein Stück an Kreativität. Wer so mit Existenzen umgeht, vor dem kann man keinen Respekt mehr haben.“
Der TKB-Aufsichtsrat hatte vergangene Woche beschlossen, den Standort Werdohl im Februar 2011 zu schließen. Bis Ende Mai sollen die Produktionsanlagen abgebaut werden, dann, so Udo Böhme am Montag, „muss der letzte Mitarbeiter gehen.“
Klausur
im Sauerland
Am Donnerstag und Freitag nächster Woche wollen die Betriebsräte aus Werdohl und Hohenlimburg Konzepte erarbeitet. Bei einer Klausurtagung im Sauerland sollen jene Ideen für die Personalübernahme entwickelt werden, die man bei der Geschäftsführung so schmerzlich vermisst.
Gerold Vogel: „Seit der Fusion von Krupp und Hoesch 1993 ist das jetzt die sechste Standortaufgabe. Dazu wurden vier Standorte verkauft. Das Produkt hat offensichtlich keinen besonderen Stellenwert im Konzern. Wenn wir jetzt den Anderen das Handeln überlassen, sind die Mitarbeiter verloren.“ Neben einem Personalkonzept (Vogel: „Wir machen uns Gedanken über die 35-Stunden-Woche“) will man auch Pläne für einen Sozialplan und neue Geschäftsfelder (z.B. Landmaschinen) schmieden.

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