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Touristen für einen Tag gesucht

22.02.2012 | 19:30 Uhr
Touristen für einen Tag gesucht

Essen.Karl und Christina Bilstein haben ein gemeinsames Hobby: Camping. „Mit unserem Wohnwagen haben wir Deutschland erst richtig kennen gelernt“, erzählen die beiden Essener. Einmal, vor einigen Jahren, haben sie während eines solchen Ausflugs auch ein paar Tage in Werdohl verbracht. Die beiden waren positiv überrascht, als sie gestern auf der Tourismus-Messe „Reise & Camping“ in Essen den Stand der Lennestadt entdeckten.

Eine Stunde im Auto oder im Zug – und der Ruhrgebietler findet sich mitten im grünen Sauerland wieder. Diese Tagesgäste sind es, wegen der die Städte aus dem Märkischen Kreis ihren Gemeinschaftstand auf der Essener Messe weiter aufrecht erhalten wollen.

Viele Tagesgäste rechnen sich

Werdohl ist in diesem Jahr dabei federführend. Rainer Gumz, im Werdohler Rathaus für Kultur und Tourismus verantwortlich, hat den 25 Quadratmeter großen Messeauftritt organisiert. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er bei der gestrigen Eröffnung nicht dabei sein.

Daher sprang Michael Krause, ehemaliger Geschäftsführer des Freizeit- und Touristikverbandes Märkisches Sauerland, noch einmal ein. Er hatte den Messeauftritt 20 Jahre lang betreut und weiß, wie wichtig er für die Touristenzahlen ist. Denn die Tagesgäste aus dem Ruhrgebiet sind es, die dem Sauerland im Tourismusbereich die meisten Einnahmen bescheren. „Auf einen Übernachtungsgast kommen 15 Tagesgäste“, rechnet Krause vor. Zwar ließe der Übernachtungsgast im Schnitt 78 Euro an seinem Urlaubsort, der Tagesgast nur 29 Euro, „aber in der Masse ist das viel interessanter.“

Was die Touristen von einem Kurzurlaub im Sauerland erwarten, ist klar: Naturerlebnis. „Wandern, Klettern und Angeln“, beschreibt Elke Kurz, messeerprobte Rathausmitarbeiterin, die beliebtesten Angebote Werdohls. Als besondere Attraktion habe Werdohl schließlich den Kletterfelsen und die Anbindung an den Wanderweg Höhenflug zu bieten.

Weitere Tourismustrends wie Agrotourismus (Krause: „Erlebnis auf dem Bauernhof“) und Elektrofahrräder zum Radwandern sind auch in Werdohl stark im Kommen. Wenn die Lenneroute, der Radweg, der in Werdohl noch Lücken aufweist, endlich vollständig ist, kann auch diese Nachfrage abgedeckt werden.

Pia Mester

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