TK Bilstein soll erst Ende Juni schließen
14.12.2010 | 18:20 Uhr 2010-12-14T18:20:00+0100
Werdohl.Die für Februar 2011 geplante Schließung des ThyssenKrupp Bilstein-Standortes Werdohl verzögert sich. Die Produktionsstraße 1 soll jetzt bis Ende Juni kommenden Jahres laufen.
Das teilten die Betriebsräte Udo Böhme (Vorsitzender) und Michael Daub (Stellvertreter) gestern mit. Die überraschende Nachricht hatte ihnen Gerd Kappelhoff, Arbeitsdirektor bei ThyssenKrupp Bilstein (TKB), am Montag übermittelt.
Grund für die Maßnahme sind seit Sommer gestiegene Abrufzahlen für Schraubenfedern, die in dem traditionsreichen Werdohler Unternehmen (vormals Brüninghaus) produziert werden. Weiteres Zeichen für die offenbar gute Auftragslage: Sonderschichten am Wochenende gibt es regelmäßig.
Produktionsstraße 2 soll allerdings, wie vorgesehen, Ende Februar abmontiert und im TKB-Werk Hohenlimburg-Oege wieder aufgebaut werden. Lagerbestände, so Udo Böhme, gebe es nicht. Deshalb greift der Weltkonzern zu der eher ungewöhnlichen Maßnahme, die Produktion in dem zur Schließung anstehenden Werk Werdohl bis Ende Juni 2011 zu verlängern.
Werdohler Erklärung
bleibt Maß der Dinge
Für die Betriebsräte Udo Böhme und Michael Daub liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Fürsorge für die Kollegen. Von ehemals 108 haben 54, die Hälfte, bereits einen Job gefunden, in Aussicht oder sie gehen in Altersteilzeit. Mindestens weitere 17 sollen ins Werk Oege.
Die Situation für die verbleibenden 37 Mitarbeiter ist zweischneidig: Einerseits könnten sie durch die Verlängerung der Laufzeit Zeit gewinnen, andererseits darf die zusätzliche Arbeit nicht die Suche nach einem neuen Job behindern.
Für Udo Böhme und Michael Daub ist klar: „Wir werden nicht zwischen den Mitarbeitern an Straße 1 und 2 unterscheiden. Die Werdohler Erklärung, nach der für alle Mitarbeiter eine Perspektive da sein muss, gilt weiter.“
Das hat Böhme auch am 6. Dezember dem Konzern mitgeteilt. Aber: „Bis dahin hatte ich den Eindruck, dass noch nicht viel passiert ist.“ Ganze drei Mitarbeiter in mehr als einem Vierteljahr hatten Angebote für andere ThyssenKrupp-Standorte bekommen.
Nach dem Gespräch in Essen läuft es besser. Gleich vier Mitarbeiter können sich am TK-Standort Dortmund vorstellen.

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