Schwarzfahrt zum Methadon
10.02.2012 | 22:25 Uhr 2012-02-10T22:25:00+0100
Werdohl/Altena.Die Haushaltskasse war leer und der Methadon-Vorrat aufgebraucht. Um bei seinem Arzt in Fröndenberg „Nachschub“ beschaffen zu können, fuhr ein 39-jähriger Werdohler als blinder Passagier im Zug mit und flog prompt auf. Jetzt stand der umfangreich und einschlägig vorbestrafte Schwarzfahrer vor dem Altenaer Amtsgericht.
Mitte November wurde der Vater einer kleinen Tochter ohne Ticket in einem Zug von Fröndenberg nach Neuenrade erwischt. Die 9,40 Euro Fahrpreis hatte er sich geschenkt. Ähnliches passierte einen Monat zuvor auf der Strecke Herzogenrath – Hagen. Hier hätte er 10,50 Euro bezahlen müssen.
Beide Taten räumte der Werdohler vor Gericht sofort ein. Ein Mal pro Woche müsse er zu seinem „Methadon-Arzt“ in Fröndenberg. Regelmäßig bringe er dann auch den Vorrat für seine Lebensgefährtin mit. Sie befinde sich ebenfalls im Methadon-Programm. „An dem Tag hatte ich kein Geld mehr für das Ticket und ich wäre da sonst nicht hingekommen.“ Was er in dem anderen Fall in Herzogenrath gesucht habe, daran könne er sich allerdings nicht mehr erinnern. Aber: Der Vorwurf entspreche den Tatsachen.
20 zum Teil einschlägige Eintragungen im Strafregister, laufende Bewährung zum Zeitpunkt der Taten und das hohe Rückfalltempo sprachen eindeutig gegen den Werdohler; sein Geständnis und der eher geringe Schaden indes für ihn. Das Gericht verurteilte ihn schließlich zu 150 Tagessätzen à 15 Euro Geldstrafe. Richter Dirk Reckschmidt wurde deutlich: „Ihr Problem ist, dass sie es einfach nicht lassen.“ Der Werdohler solle zusehen, dass sein Weg nun aktiv nach vorne gehe und er mal etwas für seine Tochter auf die Beine stelle. „Auf Wiedersehen sag’ ich nicht, will ich nicht“, so Reckschmidt.

0mitdiskutieren