Problem-Jugendliche: Auf Regelwerk folgt Streetworker
20.06.2007 | 09:00 Uhr 2007-06-20T09:00:16+0200Neuenrade. (mal) Alkoholverbot in der Innenstadt: Die Sicherheitsverordnung stellt sich als Ordnungshandeln und Vorstufe künftiger Sozialarbeit dar.
Zwar verabschiedete der Rat die Ordnungsbehördliche Verordnung am Dienstag fast einmütig (wir berichteten) - nur ansatzweise entwickelte sich aber eine Debatte über die Ursachen von Vandalismus, Pöbeleien und Alkoholkonsum auf der Straße. Obgleich offenbar Konsens darüber herrschte, dass das Problem mit Ordnungsmitteln womöglich nur aus der Innenstadt "verdrängt" werde.
"Wir müssen unterscheiden zwischen Kriminalität und den täglichen Ärgernissen, die wir alle erleben", forderte CDU-Fraktionschef Alexander Klinke, ein Zeichen zu setzen: "Das lassen wir uns nicht gefallen." Niemand habe die Absicht, wegen jeder auf dem Gehweg entsorgten Zigarettenkippe einzuschreiten. Aber auch Streetworker, wie vom Bürgermeister dann auch versprochen, müssten die jungen Leute aufsuchen.
Dietrich Maurer (Bündnisgrüne) wurde "angst und bange" bei der Fülle von Detailregelungen. Verwarnungsgeld löse grundsätzliche soziale Probleme nicht, die perspektivlose Jugendliche mit Bierflaschen auf die Straße treibe, stellte er ebenso wie Peter Müller (SPD) fest. Ein Zugehen auf die Gruppe forderte Maurer: "Denn diese Jugendlichen gehen auch nicht ins Jugendzentrum."
Am Ende war es der Bürgermeister, der ein größeres Einvernehmen herstellte. Er habe in persönlichen Gesprächen mit Jugendlichen selbst erfahren, dass vielen die Einsichtsfähigkeit in das, was sie falsch machen, fehle, räumte Klaus Peter Sasse ein. Aufsuchende Sozialarbeit sei unerlässlich. Es hielten sich aber auch viele Kinder im Innenstadtbereich auf. Nötig sei daher auch, "aus Beispiel gebenden Gründen", eine rechtliche Grundlage für ein Einschreiten. Die Jugendlichen nahm Sasse sogar in Schutz: "Die Gesellschaft hat die Kinder nicht richtig erzogen."

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