Partner dringend gesucht
06.10.2010 | 18:45 Uhr 2010-10-06T18:45:00+0200
Werdohl.In der Nachbarstadt Neuenrade soll eine Gemeinschaftsschule eingerichtet werden. Die einstimmige Ratsentscheidung vom Dienstag dürfte auch in Werdohl auf Interesse stoßen.
Das Modell soll nach Möglichkeit bereits im kommendem Schuljahr eingeführt werden. Es sieht eine Schule für die Klassen 1 bis 10 vor. Ab dem 7. Schuljahr soll entsprechend dem Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Am Ende des 10. Schuljahres sollen die Neuenrader Gemeinschaftsschüler die Schule mit dem Hauptschul-Zeugnis, der mittleren Reife oder der Qualifikation für eine gymnasiale Oberstufe an einer anderen Schule verlassen.
Genau hier könnte Werdohl ins Spiel kommen, genauer gesagt die Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG). Dort wird bekannter Maßen ein solcher Bildungsweg angeboten. Gespräche zwischen Neuenrade und der AEG hat es noch nicht gegeben, wie die stellvertretende Leiterin Brigitte Assor gestern auf WR-Anfrage mitteilte. Aber: „Warum sollten wir uns solchen Gesprächen verschließen?“
Mögliche Partner für die gymnasiale Oberstufe wird sich Neuenrade bald suchen müssen. Der NRW-weit gültige Zeitplan für das Modell Gemeinschaftsschule sieht für diesen Oktober und November eine „Abstimmung mit den Nachbarkommunen“ vor.
Dass dann Neuenrader Schülerinnen und Schüler an der AEG ihr Abitur machen würden, ist alles andere als neu. Die Gesamtschule nimmt kontinuierlich Schüler aus Nachbarstädten auf, soweit es der Platz zulässt. Jahr für Jahr liegen die Anmeldezahlen über dem, was rein technisch an der AEG machbar ist.
Genau 135 Schüler aus Neuenrade besuchten im letzten Schuljahr die Werdohler Gesamtschule – von Klasse 5 bis zum Abiturjahrgang. Kommt es in Neuenrade zur Gemeinschaftsschule, könnte diese Zahl langfristig deutlich schrumpfen. Schließlich könnten die Schüler aus Neuenrade dann die Klassen 5 bis 10 an der neuen Gemeinschaftsschule absolvieren, bevor sie bei entsprechender Eignung erst ab Stufe 11 an die AEG wechseln, um dort ihr Abitur zu machen.
Attraktives
Konzept
Brigitte Assor: „Es ist noch viel zu früh, dazu etwas zu sagen. Es ist aber keineswegs so, dass uns die Schülerzahlen wegbrechen. Wir bieten als Gesamtschule schließlich ein attraktives Konzept an.“
Initiativen für eine Gemeinschaftsschule gibt es in Werdohl derzeit nicht. „Bei den Grundschulen und den weiterführenden Schulen bleibt alles beim Alten“, sagte gestern Rainer Gumz, Abteilungsleiter Schule.

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