Nur jeder siebte Polizist im Märkischen Kreis schützt sich
05.11.2009 | 17:21 Uhr 2009-11-05T17:21:00+0100
Werdohl. Nur jeder siebte Polizist im Märkischen Kreis schützt sich durch eine Impfung vor der Schweinegrippe. Auch die Feuerwehrleute in Werdohl halten sich noch zurück. Das Personal der Stadtklinik und im Rathaus zögert ebenfalls.
Die Impfempfehlungen betreffen vor allem Klinikpersonal, Feuerwehrleute oder Polizeibeamte. Der Werdohler Feuerwehrchef Manfred Theile hat die Impfempfehlung des Deutschen Feuerwehrverbandes über die Zugführer verteilen lassen. Natürlich müsse das Einverständnis des einzelnen eingeholt werden. Wieviele der rund 125 Wehrleute in Werdohl zur Impfung gehen wollen, könne er nicht sagen Theile aber betont: „Ich möchte niemand unter Zugzwang setzen!” Er persönlich hat sich für eine Impfung entschieden, „weil ich damit einen Schutzfaktor aufbaue”, so Theile.
Seit Montag impft der Polizeiarzt aus Hagen die Beamten von Kripo und Schupo. „Er macht eine Woche nichts anderes außer impfen”, weiß Dietmar Boronowski, Sprecher der Polizei im Märkischen Kreis. Rund ein Siebtel der Belegschaft habe sich für die Impfung entschieden: Das sind 110 von 740 Beamten.
Der Polizeiwache Werdohl gehören 35 Beamte an. Rein rechnerisch gehen dort nur fünf zur Impfung. Wieviele Kollegen es tatsächlich tun, weiß Franz-Josef Iwan nicht. „Ich gehe selbst nicht hin”, sagt der stellvertretende Leiter der Polizeiwache aber. Solange noch über zwei verschiedene Impfstoffe diskutiert werde, „scheint die Sache noch nicht richtig ausgereift zu sein”, findet Franz-Josef Iwan.
Noch keine Rückmeldung in Stadtklinik
In der Stadtklinik impft der Betriebsarzt – ein Termin in diesem Monat steht, berichtet Verwaltungsleiter Siegfried Hubrich. „Wir sollen sammeln – ich habe bislang aber noch keine Rückmeldung bekommen.” Zwar gebe es vom Gesundheitsamt die Impfempfehlung für das Klinikpersonal. Hubrich: „Das muss aber jeder für sich selber entscheiden.” Zirka 100 Bedienstete arbeiten in der Klinik, inklusive Ambulanz und Küche sind es 120 Personen.
Ordungsamtsleiterin Andrea Mentzel hat nach Rücksprache mit einem Arbeitsmediziner an die Rathausmitarbeiter den Rat weitergegeben, sich eher gegen die normale Influenza impfen zu lassen. „Das ist schon eine Entscheidungshilfe”, so Mentzel. Aus dem Einwohnerbüro, wo viel Publikumsverkehr herrscht, habe sich bislang noch kein Beschäftigter impfen lassen. Möglich, dass das Ansteckungsrisiko hier auch nicht höher ist, als anderswo: Die Begrüßung mit Handschlag sei dort eben nicht mehr Usus.

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