Nein zum Unterricht am Samstag
07.08.2007 | 16:21 Uhr 2007-08-07T16:21:58+0200Werdohl. Silke Neubeck betritt Neuland an der Erich Kästner-Hauptschule: Für das Schuljahr 2007/08 holte die Rektorin Verstärkung - aber nicht mit einem Lehrer, sondern mit einer angehenden Erzieherin. In einem anderen Bereich bleibt alles beim Alten: Sam
"Es ist eine Option, die flexibles Handeln ermöglicht", so bezeichnet Neubeck die Pläne der nordrhein-westfälischen Schulministeriums, nach denen zukünftig an allen Samstagen im Monat unterrichtet werden dürfte - aber nicht müsse. "Wir sehen zurzeit keinen Bedarf", erklärt die Schulleiterin. Außerdem: "Ich glaube nicht, dass irgend jemand davon begeistert wäre." Schon jetzt gäbe es Probleme, einige Eltern davon zu überzeugen, dass das Wochenende an einer Ganztagsschule erst Freitag um 15.30 Uhr beginnt. "Viele wollen die freien Tage für die Familie nutzen", weiß Neubeck. Was der Erlass des Ministeriums im Detail bedeute, könne sie erst sagen, wenn sie ihn in den Händen halte. "Über ungelegte Eier mache ich mir keine Gedanken", sagt sie.
Viel lieber spricht die Rektorin über Dinge, die niet- und nagelfest sind - wie die Tatsache, dass Gülcan Kiraz die Gesamthauptschule verstärkt. Kiraz ist in Werdohl keine Unbekannte. "Sie ist zweite Vorsitzende des türkischen Elternvereins", berichtet Neubeck. Und WIP-Projektleiterin auf der Königsburg. Ein immenser Pluspunkt für ihre Arbeit mit den 350 Schülern, darunter 28 Fünftklässlern, und ihre Eltern, findet die Rektorin. "Sie ist prädestiniert, ein Mittler zu sein." Das glaubt die Schulleiterin nicht nur, sie weiß es: "Es gab positive Rückmeldung von türkischen Eltern."
Kiraz hat eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Ihre praktischen Erfahrungen, sprich: das Anerkennungsjahr, macht sie nicht wie üblich in der Kita oder im Kindergarten, sondern an der Hauptschule. "Das ist neu", betont Neubeck.
Neu ist auch ein Projekt, das in Zusammenarbeit mit den Maltestern ins Leben gerufen werden soll. "Wir wollen einen Schulsanitätsdienst aufbauen", erklärt die Rektorin und nennt im gleichen Atemzug, dass in diesem Schuljahr erneut das Projekt "Kultur und Schule" stattfinden wird - diesmal für die Jahrgangsstufe sieben. "Mit dabei sind zwei Dortmunder Künstler", verrät Neubeck.
Sie weiß, dass Schule nicht nur Wissen vermittelt. "Wir tragen einen Teil zur Persönlichkeitsbildung bei", betont die Rektorin. Am besten ginge es Hand in Hand mit dem Eltern, "wenn sie und Schule an einem Strang ziehen."

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