Mütze auf und durch
08.02.2012 | 18:23 Uhr 2012-02-08T18:23:00+0100
Werdohl. Noch immer hält uns der Frost in eisigen Klauen. So mancher wünscht sich da in einen tiefen Winterschlaf. Doch mit unseren Expertentipps kommen Sie auch in hellwachem Zustand gut durch die eisigen Tage.
Wer kennt es nicht: Die Bahn lässt auf sich warten, die Einkäufe müssen erledigt werden, der Hund bettelt um seinen Spaziergang,... Angesichts der kalten Temperaturen sehen sich da viele schon mit Schnupfen, Husten, Heiserkeit ans Bett gefesselt. Doch kalte Luft allein macht noch keine Erkältung. „Wir werden eher krank, weil wir uns in stickigen Einkaufscentern oder Büros von anderen anhusten lassen“, konstatiert Allgemeinmediziner Thomas Greif. Nicht Kälte, sondern trockene Raumluft sei die Übeltäterin:
„In vielen Räumen herrscht momentan eine Luftfeuchtigkeit von unter 40 Prozent -- das ist Wüstenklima und reizt die Schleimhäute!“ Ein simpler Trick hilft laut Greif gegen die trockene Heizungsluft: „Hängen Sie Ihre feuchte Wäsche im Wohnzimmer auf!“
Ein Spaziergang an der frischen -- wenn auch eisigen --Luft ist also besser für die Gesundheit, als angenommen. Es kommt eben nur auf die richtige Kleidung an. Greif empfiehlt das klassische „Zwiebelprinzip“. Dabei solle man jedoch keine enge Kleidung, sondern mehrere Schichten weiter Kleidung übereinander tragen. Nur so könnten sich wärmende Luftpolster bilden.
Hartgesottenen Sportlern rät der Arzt zum Schal vor Mund und Nase, um die Atemwege zu schützen. Auch sollte eine Kopfbedeckung nicht fehlen, da der Körper über den Kopf besonders viel Wärme abgibt. Beim Konsum von Alkohol oder anderen gefäßerweiternden Substanzen ist besondere Vorsicht geboten. Hier gilt: Erst verzehren, wenn man wieder im Warmen ist.
Und wenn die Erkältung einen doch erwischt?„Salbeitee und frische Luft“, sagt der Mediziner. Strikte Bettruhe sei bei einer „normalen Erkältung ohne Fieber“ eher kontraproduktiv.
Derzeit kann man viele Hunde mit modischem Mäntelchen durch Wald und Stadt flanieren sehen. Das ist nicht unbedingt nur dem Modebewusstsein von Herrchen und Frauchen geschuldet, wie Tierärztin Dr. Susanne Trilling erklärt: „Hunde ohne ausreichende Unterwolle sowie alte und kranke Tiere sollte man beim Spaziergang warm einpacken.“ Momentan behandelt Trilling in ihrer Praxis viele Hunde mit Mandelentzündung und Erkältung. Sie rät Hundebesitzern, darauf zu achten, dass sich die Tiere draußen viel bewegen, keinen Schnee fressen und nicht schwimmen gehen. Wenn ein Hund über gestreute Flächen läuft, freuen sich seine wunden Pfoten später über warmes Wasser. Vorher eincremen bringe hingegen nichts, so die Tierärztin, „dann wird die Haut unter den Pfoten weich und noch empfindlicher.“
Kleintieren wie Meerschweinchen oder Kaninchen, die im Freien gehalten werden, helfen zusätzliche Heu-Rationen, damit sie es warm haben. Auf keinen Fall solle man die Tiere extra in die Wohnung holen. Trilling: „Wenn sie immer draußen leben, haben sie ein extra dickes Fell entwickelt - holt man sie rein und bringt sie dann wieder ins Freie, können sie sich leichter erkälten.“
Wer Wildvögeln etwas Gutes tun möchte, darf nach Meinung Trillings gerne zufüttern – aber besser nicht ganzjährig.
Vor allem sei zu beachten, dass ein Vogelhaus regelmäßig gereinigt werden müsse, sonst könnten sich durch den Vogelkot Krankheiten unter den Tieren verbreiten und die milde Gabe schade eher, als dass sie nütze.

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