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Jörg Börjesson

Mit Doping zum Albtraum-Body

20.02.2010 | 07:00 Uhr
Mit Doping zum Albtraum-Body

Werdohl. Den Schock sah man den Gesichtern der zahlreichen jugendlichen Zuhörern an: Wie kann ein Bodybuilder – männlich, muskulös – plötzlich weibliche Brüste bekommen?

Die dramatischen Folgen eines extremen Schönheitswahns erläuterte Ex-Bodybuilder und Doping-Konsument Jörg Börjesson am Donnerstagabend im Jugend- und Bürgerzentrum.

Börjesson ist nicht der geborene Redner. Immer wieder verliert er den Faden, verhaspelt sich, schielt auf die Stichwortkarten. Aber gerade seine Unsicherheit zeigt, wie wichtig ihm das Thema ist, wie dringend er andere vor Dopingmitteln warnen will. Seine Geschichte, sein Schicksal möchte er niemandem zumuten. Darum gründete Börjesson das erste Doping-Präventionszentrum in ganz Deutschland und hält Vorträge in Schulen und Jugendzentren.

Fit und Gesund –

ein Trugschluss

Er selbst, erzählt er, sei mit 19 erstmals mit den verbotenen Mittelchen in Kontakt gekommen: „Wenn man jung ist, denkt man über die Folgen nicht nach.”

Zuerst, so der Referent weiter, sei auch alles nach seinen Wünschen gelaufen. „Guckt euch mal an, wie toll ich aussah!”, kommentiert er ein altes Foto von sich, das er den überwiegend männlichen Zuhörern zeigt. Ein leises „Wow!” ist zu hören. Auf die Frage: „Glaubt ihr, dass Doping abhängig macht?” ist die Reaktion dann aber nicht so eindeutig. „Vielleicht nur psychisch”, meint ein Junge in der ersten Reihe. „Das auf jeden Fall”, erklärt Börjesson, „Man bekommt ja nur Komplimente!” Anders als bei Drogensüchtigen sähen Doping-Konsumenten fit und gesund aus. Ein Trugschluss, wie Börjesson erklärt.

„Ich stand da in der Küche in meiner eigenen Kotze und dachte: Mensch Jörg, jetzt hast du so einen tollen Körper und kannst nix damit anfangen”, erinnert sich der Referent an den Tiefpunkt seiner Sucht. Es folgten Magenkrämpfe, Verdauungsstörungen und ein krankhaftes Brustwachstum. Im Jahre 2002 ließ Börjesson sich das knotige Brustgewebe entfernen, die OP wurde gefilmt. Ausschnitte aus diesem Film zeigt er am Donnerstag seinem Publikum. „Das sind teilweise harte Bilder”, meint Börjesson. Und wirklich, die blutigen Szenen verfehlen ihre Wirkung nicht. Ein übersteigerter Körperkult, das will Börjesson zeigen, hat eben auch ein paar sehr hässliche Seiten.

Pia Mester

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