Lehrstellen: Aufgeben gilt nicht
14.05.2009 | 20:56 Uhr 2009-05-14T20:56:00+0200Werdohl. Auf den gestrigen Tag des Ausbildungsplatzes ist Katharina Schneider (18) nicht mehr angewiesen. Sie hat eine Lehrstelle beim Lennetaler Reisebüro. 166 andere sind dagegen noch auf der Suche.
Werdohl. Auf den gestrigen Tag des Ausbildungsplatzes ist Katharina Schneider (18) nicht mehr angewiesen. Sie hat eine Lehrstelle beim Lennetaler Reisebüro. 166 andere sind dagegen noch auf der Suche.
Diese für Werdohl und Neuenrade gültige Zahl an jungen Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, nannte am Donnerstag Regina Schnettker vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit.
Das eigentlich Bedrückende an der Ausbildungssituation: 70 Stellen, die zurzeit noch unbesetzt sind, stehen 166 unversorgte Bewerber gegenüber. Und: Überhaupt gab es in diesem Jahr nur 159 Ausbildungsstellen in Werdohl und Neuenrade. Regina Schnettker betont, dass die Zahl der Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich gefallen sei, aber es bleibt für die Arbeitsvermittler die bittere Erkenntnis, dass deutlich mehr Bewerber als Stellen da sind. Jetzt als Bewerber den Kopf in den Sand zu stecken, wäre allerdings völlig falsch. „Wir bleiben nah an den Betrieben dran und weisen immer wieder auf die Bedeutung von Ausbildung hin”, so Regina Schnettker. Gerade kleine und mittlere Betriebe seien in der Krise zurückhaltend, was die Vergabe von Ausbildungsplätze betrifft: „Viele Handwerker zum Beispiel haben sich noch gar nicht entschieden, ob sie dieses Jahr einen neuen Azubi nehmen wollen.”
Beispiel sollte auch
anderen Mut machen
Diese Gedanken muss sich Stefanie Bärwald nicht machen. Sie ist seit 2005 Inhaberin des Lennetaler Reisebüros und freut sich schon auf die Werdohlerin Katharina Schneider, die ihr Team ab 1. August als auszubildende Reiseverkehrskauffrau verstärken wird: „Sie passt zu uns.” Vor soviel Ausbildungslust zieht auch Bürgermeister Jörg Bora seinen Hut: „Ich finde es mutig und bemerkenswert, wenn kleine Unternehmen in dieser Zeit ausbilden. Das sollte auch anderen Arbeitgebern Mut machen.”

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