„Können Schnee nicht nach Hause tragen”
07.01.2010 | 11:00 Uhr 2010-01-07T11:00:00+0100Werdohl. Nach einer Krisensitzung von Ordnungsamt, Bauhof, Feuerwehr und Rettungsdienst am Mittwoch steht fest: Die Stadt Werdohl stellt sich auf einen extremes Schneewochenende ein. Die Stadtverwaltung bittet vor allem wegen der Knappheit beim Streusalz Verkehrsteilnehmer um große Vorsicht.
Winterdienst: Ab sofort werden wegen des Lieferengpasses nur noch die Hauptstraßen und die Fahrbahnen an verkehrswichtigen und zugleich gefährlichen Stellen gestreut. Alle anderen Straßen werden nur mit Schneepflug geräumt werden können (ohne Einsatz von Streusalz oder Granulat), teilt das Ordnungsamt mit. Am Donnerstag erhielt der Bauhof noch eine Lieferung von rund 40 Tonnen Viehfuttersalz, das der granulierten Asche beigemischt wurde. Schneeräumen ist dennoch vorrangig angesagt. Siegfried Maucher, stellvertretender Einsatzleiter des Bauhofes, bittet um Verständnis, wenn Zufahrten zugeschoben werden. „Wir können den Schnee nicht nach Hause tragen.”
Busverkehr: Die MVG will sich vor Ort in den einzelnen Städten von den Straßenverhältnissen überzeugen. Möglichweise könnten die Busse bereits die Betriebshöfe in Plettenberg, Iserlohn und Lüdenscheid nicht verlassen. Eine komplette Betriebseinstellung sei nicht auszuschließen, sagte am Donnerstag MVG-Sprecher Jochen Sulies auf Anfrage zur WR. „Das wäre dann eine eindeutige Botschaft, auch wenn sie unangenehm ist. Denn wir könnten in den Höhenlagen Riesenprobleme bekommen.” Informationen im Internet unter www.mvg-online.de oder unter der Hotline 0180/3504030 (9 Cent/Min. aus Festnetz).
Schulunterricht: Am Freitag soll an sämtlichen Schulen der Unterricht regulär beginnen. Bei Extremwetter gibt es aber auch Ermessen: „Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind zur Schule schicken”, so Silke Neubeck, Leiterin der Erich Kästner-Schule. Eine Entscheidung über Schulunterricht am Montag soll heute fallen. In einer Absprache mit der Schulverwaltung hätten sich die Schulleiter am Donnerstag bereits dafür ausgesprochen, bei gleichbleibenden Bedingungen die Schulen am Montag zu schließen, sagte Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel auf Anfrage.
Müllabfuhr: Sollte die vorhergesagte Extremwetterlage und die Lieferknappheit beim Streusalz anhalten, werde es neben Problemen beim öffentlichen Nahverkehr auch bei der Abfallentsorgung in Werdohl bzw. im gesamten Gebiet des Märkischen Kreises zu Störungen und Ausfällen kommen, teilt die Stadt mit.

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