Kaum Nachfrage nach Hauptschule
16.03.2009 | 22:47 Uhr 2009-03-16T22:47:00+0100
Sinkende Schülerzahlen machen den weiterführenden Schulen zu schaffen. Am stärksten ist die Erich Kästner-Hauptschule betroffen.
Nur 23 Anmeldungen liegen Schulleiterin Silke Neubeck bislang vor. Die Hoffnung, dass es viel mehr werden, ist gering: „Einer wird noch nachkommen”, sagte Neubeck gestern auf WR-Anfrage.
Damit wird der neue fünfte Jahrgang ab August einzügig. Der jetzige fünfte Jahrgang ist zwar zweizügig, aber das Problem ist an der Hauptschule nicht unbekannt. Vor zwei Jahren gab es schon einmal wenig Zulauf. Damals kam man aber auf immerhin 30 Anmeldungen.
Gesamtschule
bleibt gefragt
Über mangelnden Zulauf kann sich die Albert-Einstein-Gesamtschule auch zum nächsten Schuljahr nicht beklagen: 151 Schülerinnen und Schüler wollten dorthin in die Klasse 5 wechseln – nur 120 konnte die Schule jedoch annehmen.
Obwohl die Schülerzahlen auch in Werdohl deutlich zurückgehen: „Unser Potenzial schöpfen wir nach wie vor ab”, sagte AEG-Leiter Heinz Rohe auf WR-Anfrage. 2008 bewarben sich noch 165 Schüler um Aufnahme an der AEG.
Kürzlich war den Gesamtschulen in NRW pauschal vorgeworfen worden, sie betrieben eine Auslese. Demnach sollen Gesamtschulen bei den Anmeldungen Schüler bevorzugen, deren Erstempfehlung auf dem Grundschulzeugnis auf Gymnasium oder Realschule lautet.
„Wir gewährleisten Heterogenität”, sagt Heinz Rohe dazu. Im Übrigen rechnet Rohe damit, dass auch der neue Jahrgang 11 mit rund 65 Schülern wieder dreizügig fahren wird. „Wir hatten auch schon Anmeldungen von außen”, so Rohe. Von den 31 an der Gesamtschule abgelehnten Bewerbern habe laut Heinz Rohe der überwiegende Teile eine Erstempfehlung für die Hauptschule.
„Positiv” beurteilt Bernd Bunge die bislang 58 Anmeldungen an der städtischen Realschule. Sechs Schüler absolvieren Ende März/Anfang April noch einen Prognoseunterricht, allerdings rechnet der Leiter der Realschule allenfalls mit ein oder zwei Schülern, die noch zum Köstersberg stoßen. Die Lehrerkonferenz will noch darüber beraten, ob eine Dreizügigkeit in Betracht kommt. Allerdings gibt Bernd Bunge zu bedenken, dass „die Ressourcen an Lehrerstunden nicht größer werden”.
Man wolle im Sinne aller Beteiligten entscheiden. „Langfristig werden wir eine Zweizügigkeit haben”, sagt Bunge mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen.

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