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Ältestes Haus

Geschichte in vier Wänden

18.06.2010 | 13:08 Uhr
Geschichte in vier Wänden
Der jetzige Besitzer Hans Werner Mühlhoff (r.) zeigt Hermann Vielhaber von der SGV Versetal eine Ansicht von vor 100 Jahren.

Werdohl.Das älteste Haus in Eveking wurde 1651 erbaut – von der Familie Eveking. Vor 100 Jahren verließ der letzte Familienspross, Wilhelm Eveking, das Haus in Richtung Berlin.

Wer heute auf der Bundesstraße 229 durch das Versetal fährt, nimmt das Haus Nummer 47 kaum wahr. Unscheinbar gibt sich jenes Gebäude, mit dem die Erschließung des heutigen Stadtteils begann. Die Familie Eveking baute dort, unweit der Verse ihr Haus. Viele weitere Häuser, von anderen Bauherren, und einer Erweiterung dieses Hauses sollten in den folgenden Jahrhunderten folgen.

Zum Anwesen gehörten bereits damals die Brücke zur Kirchstraße und das Gebiet des heutigen Kindergartens St. Bonifatius und am Kollhahn, wie Hermann Vielhaber (Vorsitzender SGV Versetal) und Hans Werner Mühlhoff berichten.

Mühlhoff muss es genau wissen, denn seine Vorfahren kauften das Haus jener Familie, die dem Stadtteil ihren Namen gab, direkt von den Evekings. Warum Wilhelm Eveking, vor 100 Jahren das Familienerbe verkaufte und in die Hauptstadt des Kaiserreichs zog, ist heute nicht mehr nachvollziehbar.

Wie Hans Werner Mühlhoff berichtet, soll der Nachkommen mit dem bekannten Namen nach dem Zweiten Weltkrieg in Ost-Berlin gelebt haben. Der Eiserne Vorhang der Sowjetunion habe einen Kontakt unmöglich gemacht. Die Spur des letzten Evekings verliert sich in den politischen Wirren der Nachkriegszeit.

Dafür gibt beinahe alles im bald 360 Jahre alten Teil des Hauses Auskunft über die Versetaler Geschichte. Mit Blick auf die Tradition hat der Evekinger Mühlhoff behutsam renoviert. Die Fenster haben nach wir vor die Originalmaße. Die Decken werden von schwarzen Holzbalken gehalten. In den Räumen wurden die Flächen zwischen den Balken weiß verputzt.

Enormes Alter des
Hauses ist bemerkbar

In der Deele fehlt dieses Weiß allerdings an der Decke. Dicke, dunkle Bohlen geben dem Treppenhaus einen warmen Ton. Darüber, unsichtbar für den Betrachter, schließt grober Lehm die Ritzen. Gerade hier macht sich das enorme Alter des Hauses besonders bemerkbar.. „Wenn draußen die Laster über die Hauptstraße donnern, rieselt es auch schon einmal aus den Ritzen“, sagt Hans Werner Mühlhoff.

Die Erschütterungen, so Mühlhoff, hätten nach dem letzten Winter noch zugenommen, weil es noch mehr Schlaglöcher gebe.

Besonderes Schmuckstück der Deele ist zweifelsohne die Kellertür, hinter der sich heute ein Schuhschrank verbirgt.

Matthias Alfringhaus

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