Gefährliche Gewaltausbrüche gegen Mitmenschen
17.11.2009 | 18:43 Uhr 2009-11-17T18:43:00+0100Werdohl/Altena. Spontane Gewaltausbrüche brachten einen 35-jährigen Werdohler vor das Altenaer Amtsgericht. Vier Mal soll er Personen attackiert, bedroht und beleidigt, sogar die Fensterscheibe eines Busses zertrümmert haben.
Sein Prozess wurde vertagt. Das Gericht will erst die Frage seiner Schuldfähigkeit klären.
Geringste Anlässe bringen den Werdohler dazu, die Fassung zu verlieren und dann brandgefährlich zu werden. Aktuell, so die Anklageschrift, war er in vier Fällen ausgerastet. Zunächst hatte er Anfang April eine Frau mit einer Tonschnecke aus ihrem Vorgarten beworfen. Sie war ausgewichen, das Geschoss hatte die Tür getroffen – 1500 Euro Schaden. Einen Monat später hatte sein Zorn eine Kundin eines Supermarktes ereilt. Sie hatte er wüst beschimpft, weil sie ihn aufgefordert hatte, leiser zu sein und seine Frau nicht derart herumzukommandieren. Am Folgetag war er einem Nachbarn begegnet, der ganz friedlich in seinem Auto gesessen hatte. Durch die geöffnete Scheibe hatte er sein völlig überraschtes Opfer gefragt: „Warum verfolgst du mich?” Dann hatte er gedroht: „Ich steche dich ab.” Dabei hatte er ein Messer in den Händen gehalten. Keine drei Wochen später hatte er schließlich eine Frau in einem Bus ins Gesicht geschlagen. Anschließend hatte er eine Scheibe mit einem Nothammer zerschlagen und war durch die Öffnung geflüchtet.
Was den Wurf mit der Deko-Schnecke betraf, versicherte er gestern, die Frau habe ihn beleidigt, und im Supermarkt habe ihn die andere Frau angemacht. An den Vorfall im Bus und an die Sache mit dem Nachbarn könne er sich nicht erinnern. Entschuldigen wollte er sich trotzdem. Seine Gedächtnislücken versuchte er zu erklären – mittlerweile habe er eine Alkoholentgiftung gemacht, warte auf die Reha.

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