Expertin rät: "Sprechen Sie mit dem Kind"
17.03.2010 | 17:00 Uhr 2010-03-17T17:00:00+0100Werdohl. Wo beginnt sexueller Missbrauch von Kindern? Eine hoch sensible Frage, wie Roswitha Brück am Dienstagabend bei einem Elternabend im Familienzentrum Sonnenschein verdeutlichte.
Sind es bereits die unzählige Küsschen verteilende Tante, ein allzu auf´s Knuddeln bedachter Onkel oder der augenscheinlich allzu kinderliebe Nachbar von nebenan, die unser Misstrauen erregen sollten? Fakt ist aber auch: Die Übergänge von ganz normalen Zärtlichkeiten erwachsener Menschen zu Kindern sind fließend.
„Lehren Sie Ihr Kind deshalb nur Zärtlichkeiten zuzulassen, die es selber möchte, auch wenn Sie Tante, Opa oder Oma damit vor den Kopf stoßen könnten”, appelliert Roswitha Brück, ehemalige Realschullehrerin und Inhaberin einer Praxis für Psychotherapie, an Eltern, ihren Kindern entsprechendes Verhalten vorzuleben. „Seien Sie ehrlich, sagen Sie, dass Sie es nicht in Ordnung finden, wenn jemand meint, Ihr Kind berühren zu müssen. Und sprechen Sie mit dem Kind darüber. Wenn es merkt, dass Sie auf seiner Seite stehen, wird es sich Ihnen bei Problemen auch anvertrauen.”
Veränderungen
wahrnehmen
Ganz wichtig nennt die Pädagogin, Veränderungen des Kindes wahrzunehmen, es behutsam zu beobachten und hellhörig hinzuhören, um sich dann bei Verdachtsfällen professionelle Hilfe zu holen. „Missbrauch ist immer geplant”, verdeutlicht Brück, dass Täter sich ihre Opfer gezielt aussuchen und zu 80 Prozent aus seinem Umfeld stammen.
„Der beste Schutz des Kindes ist, Themen wie Gewalt und Missbrauch offen anzusprechen", appelliert Roswitha Brück am Dienstagabend an Eltern.

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