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Vorbild Mesut Özil

„Es ist nicht leicht, so hoch zu kommen“

22.06.2010 | 17:53 Uhr
„Es ist nicht leicht, so hoch zu kommen“
V.l.: Onur Bulut, Sozialpädagogin Gülcan Kiraz, Tugay Özsoy und Burak Dogan: „Er fährt vielleicht noch zum Urlaub in die Türkei“

Werdohl.Mesut Özil, der türkischstämmige Nationalspieler im DFB-Dress, hat Onur, Burak und Tugay als Fans nicht verloren. Die drei Werdohler Jungs haben ebenfalls türkische Wurzeln und sind große Fußballfans. „Für mich ist das voll okay“, sagt der 16-jährige Burak Dogan. Okay, dass Özil sich für die deutsche und gegen die türkische Nationalelf entschieden habe.

Beim WM-Spiel gegen Serbien fieberten auch viele Schüler mit türkischen Wurzeln mit dem deutschen Team – und mit Mesut Özil. Bei seiner Auswechslung brandete beim School Viewing in der Gesamtschule gar Szenenapplaus für seinen Einsatz auf. An der Erich Kästner-Schule war das nicht anders. Für Onur Bulut (16), der für die B-Jugend des VfL Bochum spielt, ist Özils Entscheidung gut nachvollziehbar. „Er ist hier aufgewachsen, mit der deutschen Kultur, deutschen Tugenden – er fährt vielleicht noch zum Urlaub in die Türkei.“ Deutsche Tugenden? Onur wird deutlicher: Pünktlichkeit, Disziplin, Verantwortung übernehmen! Na klar!

„Neidisch“, sagt Tugay Özsoy (16), seien manche Türken, weil sie einen guten Spieler für ihr Team verloren haben. Aber der türkische Verband habe sich eben zu spät um ihn bemüht. Also trägt er nun halt den Bundesadler auf der Brust. Gülcan Kiraz, Integrationsmanagerin an der Hauptschule, sieht den Wert Mesut Özils als Vorbild für die Kinder mit Migrationshintergrund. „Man muss ihnen nur immer wieder vermitteln, dass sie ihre Wurzeln hier haben, ohne ihre Kultur und Sprache dabei verleugnen zu müssen.“

Gleiche Chancen? – Noch nicht so ganz...

Onur, der selbst schon zu einem Lehrgang der U16-Nationalelf des DFB eingeladen war, würde Özils Vorbild gern nacheifern – und sich dafür auch vom türkischen Teil seiner doppelten Staatsbürgerschaft trennen. Aber: „Es ist nicht leicht, so hoch zu kommen.“ Zumal die Chancen für Spieler mit ausländischen Wurzeln sicherlich noch nicht absolut gleich seien. „Man muss schon ‘nen Tacken besser sein“, glaubt Onur. „Aber in der Türkei wäre das doch auch so“, wendet Tugay ein.

Beim Spiel gegen Ghana heute Abend jedenfalls fiebert das Trio mit der deutschen Elf. Ob Jogis Jungs weiterkommen? „Hoffen wir’s!“, sagt Tugay. Er tippt 2:1, Burak gar 2:0 und Onur ein 3:1. Gülcan Kiraz setzt auch auf ein 2:0.

Und wenn Mesut Özil ein Tor schießt, wird der Stolz bei den Jungs mit den türkischen Wurzeln besonders groß sein. „Das hängt noch drin“, sagt Onur und guckt fast ein bisschen verlegen.

Marcus Land

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Kommentare
27.06.2010
03:52
„Es ist nicht leicht, so hoch zu kommen“
von CINCIKKIZ | #3

Ganz im Ernst, würden Sie Ihre Kultur und Sprache verleugnen???

23.06.2010
02:30
Blockierter Kommentar.
von Thilo Sarrazin | #2

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22.06.2010
19:00
Blockierter Kommentar.
von SWISS | #1

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