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Waldjugendspiele

„Eine Tür für die Natur öffnen“

06.09.2010 | 15:59 Uhr
„Eine Tür für die Natur öffnen“
Waldjugendspiele in Werdohl: Der Parcours startet am Parkplatz des ev. Friedhofs.

Werdohl.Welche Farbe hat die Kuh? Lila? Die Kinder, die am Montag bei den Waldjugendspielen mitgemacht haben, wissen es besser.

Seit elf Jahren gibt sich die Waldschule im Märkischen Kreis große Mühe, Kindern das Leben draußen zu vermitteln. Waldjugendspiele heißt das, woran am Montag 196 Schülerinnen und Schüler aus den vierten Klassen aller Werdohler Grundschulen teilgenommen haben.

„Wir möchten den Kindern eine Tür in die Natur öffnen“, sagt Frank Bossong. Der kennt sich als Revierförster in den heimischen Wäldern erstklassig aus. Gestern bekam er Unterstützung von Axel Dohmen, der die Waldschule des Märkischen Kreises leitet. Die Schule ist im Iserlohner Stadtteil Letmathe.

Dazu gab Stefan Jedowski den Schülerinnen und Schülern viele Tipps, wie sie mit Fragebogen am besten klarkommen. Jedowski leistet seinen Zivildienst an der Waldschule und findet das ziemlich klasse.

Ziemlich klasse fanden auch viele Kinder das, was sie auf dem einstündigen Rundgang erlebten und erkunden konnten. Start und Ziel war am Parkplatz des ev. Friedhofs.

Mit den Lehrerinnen, die die Gruppen begleiteten, ging es also in den Wald. Die Ruhe dort war für viele Kinder erst einmal gewöhnungsbedürftig, ebenso das kalte Wasser im Bach. Auf dem Rundgang, den Waldschul-Leiter Axel Dohmen Parcours nennt, mussten die Kinder dann Baumarten unterscheiden oder Tierfährten erkennen. Deshalb macht die Waldschule den meisten Schülerinnen und Schülern Spaß, aber sie hat auch einen ernsten Hintergrund. „Entfremdung von Natur entgegenwirken“, hat Axel Dohmen als ein Ziel angegeben. Sein Kollege, Förster Frank Bossong, sieht das auch so: „Manche Kinder kennen die Natur doch höchstens vom Spielplatz.“

Oma und Opa
kennen sich gut aus

Dabei hat Bossong eine interessante Beobachtung gemacht. In einigen Fällen sind es gar nicht die Eltern, die ihre Kinder an die Natur heranführen, sondern die Großeltern: „Oma und Opa kennen sich aus ihrer eigenen Kindheit noch gut im Wald aus.“

Ein Kuh haben die Waldschüler gestern übrigens nicht gesehen; die gehört ja auch schließlich nicht in den Wald.

Matthias Alfringhaus

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