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JeKi-Projekt

Ein Königreich für eine Orgel

07.02.2012 | 18:23 Uhr
Ein Königreich für eine Orgel
Musikschule Lennetal in der ev. Kirche Werdohl mit dem Orgelmärchen

Werdohl.„Wer von euch kann denn schon bis 2000 zählen?“ Dutzende Finger schnellen in die Höhe, die Erst- und Zweitklässler der Gemeinschaftsgrundschule Königsburg und Kleinhammer scheinen echte Rechenkünstler zu sein. Es ist Dienstagmorgen und in der Christuskirche findet kein Matheunterricht, sondern ein „Orgelmärchen“ im Rahmen des JeKi-Projektes (Jedem Kind ein Instrument) statt.

Doch bevor es richtig losgeht, stellen Marion Jeßegus und Musikschulleiter Martin Theile den staunenden Kindern „die Königin der Instrumente“ erst einmal vor. In der Christuskirche besteht diese aus 2000 Orgelpfeifen, einige nur wenige Zentimeter, andere einige Meter hoch.

„Die Orgel kann viele andere Instrumente nachahmen“, erklärt Theile und tritt mit Hilfe verschiedener Holz- und Metallpfeifen sogleich den Beweis an. Dann kommt ein Blasebalg zum Einsatz und die Schüler dürfen die Pfeifen selbst zum Klingen bringen. So verstehen sie – ganz nebenbei – die Funktionsweise des Instrumentes.

Melancholische Kröte, beschwingte Ratte

Nach dieser kleinen Einführung beginnt die ganz große Show: Theile erzählt nicht nur, er schauspielert das Märchen „Die fürchterlichen Fünf“ von Michael Benedict Bender (Musik) und Wolf Erlbruch (Text). Marion Jeßegus begleitet die Geschichte auf der Orgel.

Dabei ist jedem der fünf Protagonisten, Kröte, Ratte, Fledermaus, Spinne und Hyäne, ein musikalisches Leitmotiv zugeordnet, das immer dann ertönt, wenn das entsprechende Tier im Märchen auftaucht. So klingt zum Beispiel die Kröte melancholisch und schwerfällig, die Ratte hingegen beschwingter, beinahe schrill.

Gleichzeitig schlüpft Theile in schnellem Wechsel in die verschiedenen Rollen, mal mit dunkler Brille, Saxophon und Brummstimme (Hyäne), mal mit Hut und Ukulele (Ratte). Er flattert, grimassiert, singt, kreischt, quietscht und zetert – nur unterbrochen vom Gelächter der Kinder. Und dann dürfen die kleinen Zuhörer das große Instrument auch noch einmal aus der Nähe betrachten.

„Bruder Jakob“ mitOrgelbegleitung

Zur Orgelmusik singen sie Lieder, die sie im JeKi-Unterricht gelernt haben: „Bruder Jakob“ auf Deutsch, Türkisch, Englisch und Französisch, und „Samba in der Ferne“ unter eifrigem Klatschen, Schnalzen und Tanzen.

Gianna Schlosser

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