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Das hässliche Gesicht der Sucht

21.11.2011 | 18:02 Uhr
Das hässliche Gesicht der Sucht
Ein Heroinsüchtiger raucht seine Droge in einem Drückerraum in Dortmund. Damit es gar nicht erst so weit kommt, setzen Polizei und Schulen auf Aufklärung.

Werdohl.   Kriminaloberkommissar Uwe Kunold hat eine besondere Mission: Er besucht achte Klassen und informiert über Sucht und Drogen. Jetzt war er in der Albert-Einstein-Gesamtschule zu Besuch. Mit im Gepäck hatte er Bilder von Meth-Süchtigen – ein schockierender Anblick für die Schüler.

„Iiiiiih!“, ruft eine Schülerin aus der hinteren Reihe, als Kriminaloberkommissar Uwe Kunold das Foto eines Meth-Süchtigen an die Wand projiziert.

Entzündete, blutige Flecken im Gesicht, ein leerer Blick – wie Drogen Menschen verändern, wurde besonders an diesen Fotos deutlich. Kunold zeigte die Bilder den Schülern der Klasse 8.4 der Albert-Einstein-Gesamtschule am Montag im Rahmen einer Präventionsveranstaltung zum Thema Sucht und Drogen.

Erste Erfahrungen mit Alkohol noch witzig

„Wer von euch hat schon einmal Alkohol getrunken?“, fragte der Polizist aus Iserlohn seine jugendlichen Zuhörer. Zögerlich hob mehr als die Hälfte der Klasse die Hand. Ein paar witzige Bemerkungen zum ersten Rauscherlebnis waren zu hören. Dass man mit 13 Jahren noch gar keinen Alkohol trinken darf, wussten die Achtklässler allerdings. Was genau es mit der synthetischen Droge „Jabba“ auf sich hat und dass es viele der verbotenen Stoffe nicht nur als Pille oder Pulver, sondern auch als Gel gibt, wussten sie hingegen nicht. Darum besucht Uwe Kunold seit über vier Jahren Schulklassen im gesamten Märkischen Kreis, um über solche Details aufzuklären. Montag war er erstmals in der AEG zu Besuch. Die Veranstaltung soll von nun an regelmäßig in der achten Klasse stattfinden.

Ziemlich beeindruckt waren die Achtklässler von den entstellten Gesichtern der Süchtigen, die Polizist Uwe Kunold mitgebracht hatte.

Denn gerade in diesem Alter, so Kunold, seien die Schüler noch empfänglich für seine Botschaft: „Bei denen haben wir noch Chancen, etwas zu erreichen.“ Ältere Jugendliche hingegen seien bereits „beratungsresistent.“

Information und Abschreckung

Uwe Kunold setzt in seinen Vorträgen auf eine Mischung aus Information und Abschreckung. Welche Drogen sind legal, welche illegal? Wie wirken sie und welche Folgen haben sie auf den Körper? Warum sind sie so gefährlich? Was ist ein Flashback? Garniert werden die harten Fakten mit Beispielen aus Kunolds Polizistenalltag und ein paar flotten Sprüchen: „Findet ihr das toll, wenn euch beim Schützenfest einer anflirtet, der bis oben furzenvoll ist?“.

Abschrecken sollen, so Kunold, die Fotos von Drogensüchtigen . Denn trotz gewaltverherrlichender Computerspiele und brutaler Filmszenen, die allgegenwärtig sind, ließen sich die Jugendlichen davon beeindrucken. Kunold: „Auf diese Weise können wir den Jugendlichen noch nahe kommen.“

Pia Mester

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