„Dann wird die Straße nicht überleben”
15.02.2010 | 18:42 Uhr 2010-02-15T18:42:00+0100
Werdohl. Nach Darstellung von Anliegern der Neustadtstraße sind 13 von 19 Anliegern der Straße gegen eine Fußgängerzone. Sie haben sich in eine Unterschriftenliste eingetragen, die der Stadt und der Ratsfraktionen vorliegt.
Das teilten die Anlieger gestern in der WR-Redaktion am Sand mit. Der WR liegt die Unterschriftenliste vor. Danach sprechen sich 13 Anwohner unterschiedlicher Herkunft, die ein Geschäft in der Straße betreiben, gegen eine Fußgängerzone aus.
Horst Burghardt, Ulrike Barduhn-Klauke, Karl-Heinz Machate, Dorothea und Heinz Baues besitzen Immobilien in der Neustadtstraße, in denen Geschäfte sind.
Seit die Werdohler Bürgergemeinschaft den Antrag gestellt hat, den unteren Teil der Neustadtstraße zur Fußgängerzone zu machen (WR berichtete), sorgen sie sich um die Läden. „Wir haben es sogar schriftlich, dass ein Ladenbesitzer kündigt, wenn die Straße für den Verkehr gesperrt wird”, sagt etwa Ulrike Barduhn-Klauke im WR-Gespräch. Das Argument, man könne die Straße bequem von den Parkplätzen am Thomée-Platz erreichen, zieht für sie nicht: „Vor allem die Döner-Taxis sind darauf angewiesen, ihr Essen möglichst warm zu transportieren.”
Im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung am morgigen Mittwoch, 17. Februar, 17 Uhr im Rathaus soll über den WBG-Antrag abgestimmt werden, die untere Neustadtstraße zur Fußgängerzone zu machen.
Stimmen zum Beispiel CDU und WBG geschlossen für den Antrag, scheint eine Mehrheit sicher. Bei der CDU gebe es jedoch noch keine abschließende oder geschlossene Meinung, berichtete Ulrike Barduhn-Klauke gestern im WR-Gespräch.
Für Hausbesitzer Heinz Baues hat die Neustadtstraße „einfach nicht den Charakter einer Fußgängerzone.” Schließlich gebe es, anders als etwa in der benachbarten Freiheitstraße, kein Geschäft, das Passanten durch seine Auslagen zum Verweilen einladen würde.
Den oft beschworenen historischen Hintergrund kann Baues ebenfalls nicht erkennen: „Das sind alte, zum Teil sanierungsbedürftige Häuser.” Auch er sagt weitere Leerstände voraus, wenn die Straße zur Fußgängerzone wird: „Dann wird die Straße nicht überleben.”
Weitere Leerstände vorprogrammiert
Ein weiterer Leerstand: „Wenn die Fußgängerzone kommt, suchen wir uns ein anderes Ladenlokal”, sagt Fahrlehrer Horst Burghardt im WR-Gespräch. Er bestätigt, dass in der Straße zu schnell gefahren wird. Doch: „Die Probleme gibt es anderswo auch.” Er vermag nicht nachzuvollziehen, dass das ein Grund für die Schließung der Straße ist: „Vor allem bei Fahrprüfungen sind An- und Abfahrt direkt von der Schule besonders wichtig.” Mit Blick auf die mögliche Entwicklung fragt sich Dorothea Baues: „Wer kann es vertreten, soviel Leerstände zu produzieren?”

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