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Bio-Knollen aus Autoreifen-Hochbeet

17.08.2007 | 14:08 Uhr

Affeln. Eine Autoreifen-Kartoffelpflanztechnik mit erstaunlichen Erträgen stellt morgen beim Bauernmarkt der Altenaffelner Bio-Hobbygärtner Olaf Schäfer vor. Per Zufall entdeckte er den Nutzwert von Altreifen beim Erdapfelanpflanzen.

In seinem kleinen Garten in der Weidenstraße hatte er aus Platzgründen Kompost in ein paar alten Pneus gesammelt. "Und da wuchs plötzlich eine Kartoffelpflanze", berichtete der überzeugte Biogärtner unserer Zeitung. Aus dieser "Anregung" der Natur machte er sogleich ein "Altreifenhochbeet" für eine Kartoffelpflanzen. "Aus vier Setzlingen haben ich gleich beim ersten Mal eine halbe Schubkarre Kartoffeln geerntet", war Garten-Experimeteur erstaunt über seine ersten Erfolge.

Im darauf folgenden Jahr perfektionierte der Ruheständler seine Pflanzmethode. "Zuerst habe ich vier Knollen in einen Reifen gelegt und gewartet, bis sich das erste Grün zeigte. Dann habe ich einen zweiten Reifen aufgelegt, voll Erde gehäufelt und wieder gewartet, bis das erste zarte Grün durchkam", beschreibt Schäfer das Verfahren, nach dem er bis zu vier Altreifen aufeinander schichtete. Der Erfolg gab dem Tüftler mit dem biologisch-grünen Daumen Recht. Eine große Ausbeute an leckeren Knollen war auch hier das Resultat des Experiments.

"Die Pflanzung in den Reifen hat den Vorteil, dass die Spätfröste im Frühjahr den zarten Pflanzen nichts anhaben können, da sie durch die dicken Reifen geschützt sind", ist Olaf Schäfer auch stolz auf die Entdeckung, dass jeder einzelne Kartoffelsetzling wegen des angeregten "Höhenwachstums" mehr Knollen produziert als üblich. Die Reifen-Methode macht der leidenschaftlich im "Verein zur Erhaltung historischer Landmaschinen und Geräte" engagierte Schäfer jetzt einem breiten Publikum zugänglich. Auf dem morgen in Affeln stattfindenden traditionellen Bauernmarkt wird er seine "Kultivierungsmethode für den kleinsten Raum" Reifen für Reifen lüften und den Ernteerfolg präsentieren. Am oberen Rand des Feldes, auf dem auch in diesem Jahr dem Publikum wieder die unterschiedlichsten Methoden der Kartoffelernte demonstriert werden, wird als Premiere auch Schäfers "Reifenmethode" zu bestaunen sein.

"Leider ist wie überall in diesem Jahr auch hier die Krautfäule drin gewesen", zeigt der engagierte Hobbygärtner auf die aus den Reifen ragenden Grünreste, denen die Schnecken den Rest gegeben haben. Und Mäuse seien auch in dem Reifenhochbeet gewesen, berichte Schäfer von seinen Beobachtungen rund um das Kartoffelwachstum.

Verbesserungen schon in Planung

"Im nächsten Jahr umwickel ich die Reifen mit Tannenzweigen gegen die Schnecken und ganz unten lege ich ein Gitter gegen die Mäuse", plant der Altenaffelner seine diesjährigen Erfahrungen perfektionierend in den nächsten Kartoffelanbau einfließen zu lassen. Und dass es ein nächstes Mal gibt, daran besteht für Olaf Schäfer kein Zweifel. "Alte Autoreifen sind so vielseitig verwendbar. Im nächsten Jahr werde ich auch noch Kräuter auf diese Art und Weise pflanzen", ist der Hobbygärtner davon überzeugt, dass diese Methode gerade in kleinen Gärten vielfältigste Einsatzmöglichkeiten bietet.

Von Silke Kreikebaum

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