Betreuung als Baukasten-Prinzip
10.02.2012 | 00:00 Uhr 2012-02-10T00:00:00+0100
Werdohl.Mit Gründung des Jugendamtselternbeirates (JAEB) im Oktober letzten Jahres haben die Eltern der Werdohler Kindergärten nun auf kommunaler Ebene eine Stimme. Zu Beginn des Kindergartenjahres 2011/12 hat das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) das Mitspracherecht der Eltern von Kindergartenkindern nämlich deutlich erweitert.
Ab sofort wird ein Mitglied des JAEB in beratender Form Mitglied des Jugendhilfeausschusses sein, so erstmals am kommenden Dienstag, wenn Claudia Janßen im Rathaus als Interessenvertreterin der Elternschaft aller Werdohler Kindergärten am Tisch im großen Sitzungssaal Platz nimmt.
Die Mitglieder des Beirates um seine Vorsitzende Fatima Lamgardi trafen sich am Mittwochabend zur Beratung im katholischen Kindergarten St. Bonifatius in Eveking. Die Aufnahmekriterien der Kindergärten wurden ausgiebig diskutiert. Eine türkische Mutter hatte beklagt, ihr Kind sei in ihrem Wunschkindergarten wegen des Migrationshintergrundes abgelehnt worden. Dieser Vorwurf konnte eindeutig widerlegt werden. Die Vorsitzende Fatima Lamgardi hatte alle Kindergärten angeschrieben und am Mittwoch mit einer Ausnahme die entsprechenden Aufnahmerichtlinien vorliegen.
Aufnahme nach festgelegten Kriterien
Dabei stellte sich heraus, dass alle Einrichtungen sich nach von Träger, Leitung und Elternrat festgelegten Kriterien richten, bei denen gar nicht oder weniger die Konfession, sondern vor allem die U3-Betreuung, Härtefälle und Berufstätigkeit eine Rolle spielen.
Beklagt wurden indes mehrheitlich unflexible Betreuungszeiten der Kindergärten. Hierzu wird der JAEB im Jugendhilfeausschuss auch eine stadtindividuelle Baukastenregelung vorschlagen (siehe Infobox). Auch soll der Frage nachgegangen werden, warum in städtischen Einrichtungen wie der Kita Momo „35-Stunden-Kinder“ seit einiger Zeit nicht mehr am Mittagessen teilnehmen dürfen.

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