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ThyssenKrupp

Beschäftigte in Werdohl befürchten Standortschließung

18.02.2010 | 18:12 Uhr
Beschäftigte in Werdohl befürchten Standortschließung

Werdohl. In einem Protestzug haben die 111 Mitarbeiter von ThyssenKrupp Bilstein Suspension am Donnerstag symbolisch ihre Firma zu Grabe getragen Und damit auch ihre Hoffnungen auf eine Weiterbeschäftigung in dem Traditionsunternehmen. Dem Standort Werdohl droht nun die Schließung.

Der Abschluss für die NRW-Metall- und Elektro-Industrie war am Donnerstag in Werdohl Nebensache: Dem ThyssenKrupp-Werk Bilstein Suspension droht die Schließung. 111 Mitarbeiter demonstrierten.

Bereits um kurz nach 12 Uhr warteten vor dem Betriebsgelände Mitarbeiter, Auszubildende, Angehörige, Gewerkschaftsmitglieder und ehemalige Arbeitnehmer darauf, dass der Betriebsrat die Ergebnisse der mittäglichen Verhandlungen mit dem Vorstand verkündete.

„Die Konzepte waren der Geschäftsleitung nicht weitreichend genug”, erklärte schließlich Betriebsratsvorsitzender Udo Böhme. „Außerdem hat der Vorstand die Empfehlung ausgesprochen, den Standort Werdohl zu schließen”, sagte er zur Westfälischen Rundschau. Im Klartext: Es sieht schlecht aus.

Aktuelle Betriebsfahne verbrannt

Die Werksfahnen erhielten Trauerflor.

An der Situation, so die Meinung der Betriebsräte, könne auch der Aktionstag im Grunde nichts ändern. „Wer nicht kämpft, hat schon verloren”, kommentierte Bürgermeister Siegfried Griebsch die Veranstaltung, bei der auf keinen symbolischen Akt verzichtet wurde. So zündeten die Beschäftigten eine aktuelle Fahne ihres Betriebes an und hissten dafür die 40 Jahre alte Flagge der ehemaligen Firma Brüninghaus.

Gewerkschaftsmitglieder in roten Jacken verteilten Tröten, verschiedene Redner, unter ihnen SPD-Landtagskandidat Michael Scheffler, sprachen ein paar Worte, es gab Bratwürste und Suppe für alle Anwesenden. Trotzdem war von Hoffnung nicht allzu viel zu spüren.

Ansehen des Unternehmens gesunken

„Früher war Brüninghaus eine super soziale Firma: Es gab eine eigene Krankenkasse und die Kinder der Beschäftigten bekamen ganz leicht einen Ausbildungsplatz”, erinnerte sich eine ehemalige Angestellte gegenüber der WR. „Das war ein Familienunternehmen und man war einfach stolz, dort zu arbeiten.” Als dann ThyssenKrupp die Firma schluckte, so die Frau weiter, sei es kontinuierlich bergab gegangen. Heutzutage sei es mit dem Ansehen des Unternehmens nicht mehr weit her.

Die ThyssenKrupp Technologies AG, Muttergesellschaft von TK-Bilstein, zeigte sich am Donnerstag eher bedeckt. Konkrete Aussagen gab es auf WR-Anfrage wenige: „Gravierende Absatzeinbrüche” hätten auch in Werdohl dazu geführt, dass „vereinbarte Stückzahlen” nicht mehr abgerufen würden.

Seit November in Gesprächen

Arbeitskampf: SPD-Landrat Michael Scheffler (mit Mikro), Bürgermeister Siegfried Griebsch (links) und Bernd Schildknecht von der IG Metall (rechts) bei der Kundgebung vor den Werkstoren in Werdohl.

Seit November 2009 befinde sich „die Geschäftsleitung mit den Arbeitnehmervertretern im Dialog”, sagte am Donnerstag Pressesprecherin Cosima Rauner. Es ginge darum, „wie ein sinnvoller Weiterbetrieb” von Bilstein in Werdohl bewerkstelligt werden könne. Rauner weiter: „Die Geschäftsführung hat keinerlei Beschlüsse getroffen und setzt die Gespräche ergebnisoffen fort.”

„Ich habe den Eindruck, das ist alles eine Scheinveranstaltung”, meint hingegen Udo Böhme auch mit Hinblick auf die besagte Empfehlung des Vorstandes, das Werdohler Werk zu schließen. „Was kann man da noch tun?”

Pia Mester

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Kommentare
19.02.2010
17:52
Beschäftigte in Werdohl befürchten Standortschließung
von 04klicker | #6

Wie kann die seit dem 01.10.2009 nicht mehr existente ThyssenKrupp Technologies AG am 18.02.2010 eine Presseerklärung abgegeben haben? Gibt es für Unternehmen ein Leben nach dem Tod? Dann wäre doch noch Hoffnung für den Standort Werdohl!

Kann es sein, dass Pia sich von Cosima ver...en ließ? Oder hat sie einfach nicht richtig zugehört, weil sie die Antwort schon zu wissen glaubte?

18.02.2010
23:11
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.02.2010
22:52
Beschäftigte in Werdohl befürchten Standortschließung
von CaptainWillard | #4

Eine ganz ehrliche Frage.

Wieso haben die Pressesprecherinnen von ThyssenKrupp (es sind immer Mädels) eigentlich immer Vornamen, die frappant an die Hetären italienischer Heldentenöre erinnern?

Hallo Redaktion - ihr werdet dafür bezahlt, dass ihr so etwas recherchiert.

Für so einen halbseidenen Blödsinn lesen wir nicht euer Blättchen - damit ihr stolz auf die Verbreitungsquote hinweist - was wiederum eure Chancen auf Werbeeinnahmen erhöht.

Und die Sicherheit des Arbeitsplatzes mittels Schreibtisch-Klammergriff fakultativ erhöht >:-)

Mental gesehen!

18.02.2010
21:28
Beschäftigte in Werdohl befürchten Standortschließung
von karlosdallos | #3

Da findet gerade Rente mit 67 statt.

18.02.2010
21:27
Beschäftigte in Werdohl befürchten Standortschließung
von karlosdallos | #2

Bilstein Suspension suspendiert.

18.02.2010
21:23
Beschäftigte in Werdohl befürchten Standortschließung
von Ali | #1

Ah, Werdühl gut!

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