Ziel ist Erhalt des Förderturms

Der Hollandturm nach dem Abriss der Schachthalle.
Der Hollandturm nach dem Abriss der Schachthalle.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid..  Nach dem Abriss der maroden Schachthalle stellt sich die Frage, wie es mit dem denkmalgeschützten Förderturm von Zeche Holland weitergeht. Wenn die letzten Trümmer weggeräumt sind, soll nach Angaben der Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum (EGR) erstmal weiter geprüft werden. 2016 könnte dann die Sanierung in Angriff genommen werden.

Der Zeitplan: „Nach dem zweimonatigen Rückbau sollen direkt im Anschluss die Untersuchungen beginnen. Auf Basis dieser Arbeiten wird dann ein Sanierungsplan erstellt, dessen Ergebnisse und Kostenermittlungen für das vierte Quartal 2015 erwartet werden. Danach kann die eigentliche Turm- und Schachtsanierung beginnen, wenn auch die Finanzierung gesichert werden kann“, erklärt EGR-Sprecher Jan-Robin Schäfer.

Was schon die ersten Kritikerstimmen auf den Plan bringt. „Diese Art der Erklärung lässt in mir den Verdacht aufkommen, dass bei dieser Salami-Taktik Zeit gewonnen werden soll, um die Angelegenheit langsam dem Vergessen anheim fallen zu lasen und irgendwann einen Komplettabriss zu erreichen“, argwöhnt WAZ-Leser Gerd Hufnagel.

Auch im sozialen Netzwerk Facebook wird kontrovers diskutiert. Carsten Hauseur, Initiator der viel gelesenen Seite „Zeche Holland muss bleiben“ (mehr als 5000 Nutzer), vermutet, „dass man systematisch versucht, einen Abriss zu erzwingen.“ Der Turm werde doch nur immer maroder, bald könne es dann für den Erhalt des WAT-Wahrzeichens zu spät sein. Warum nicht schon längst mehr passiert sei, könne er nicht verstehen. Ob der Turm saniert wird und welche Nutzung – angedacht sind u.a. Aussichtsplattform, Aufenthaltsbereich um den Turm herum oder eine Bebauung unter dem Turm – möglich ist, muss das Gutachten nun klären. So schnell geht’s also nicht, wie es sich ein Facebook-User wünscht: „Auf geht’s, holt die Drahtbürsten und die Flex heraus und lass uns hier treffen den Turm entrosten. Ich spendiere den ersten Pott Grundierung.“

Nutzungsmöglichkeiten

Optimistisch ist SPD-Landtagsabgeordneter Serdar Yüksel, ohne dessen Initiative der Turm schon abgerissen wäre. „Ziel ist zunächst einmal die Sicherstellung, dass der Turm als Wahrzeichen der Bergbaugeschichte erhalten bleibt und zukunftsfähig gestaltet werden kann. Die weitere Entwicklung des Areals um den Turm befindet sich derzeit noch in der Prüfung.“ Ein großer Zwischenerfolg sei, dass Turm und Areal in das Vorhaben der Stadterneuerungsmittel mit einbezogen werden. Ihm sei die Umgestaltung des Bereichs als Aufenthaltsort für Menschen wichtig.

Landesfördermittal (rund 1,3 Mio Euro) zur Turmsanierung, die wegen der Verzögerungen zu verfallen drohten, seien gesichert, erklärte EGR-Geschäftsführer Rolf Heyer in der Bezirksvertretung. Ziel sei, den Hollandturm mit den beantragten Fördermitteln und in Aussicht gestellten Mitteln aus einem weiteren Förderantrag zu sanieren, ggf. mit Begehbarkeit. Bei der Turmsanierung gebe es mehrere Varianten.