Wir kümmern uns
05.05.2009 | 17:46 Uhr 2009-05-05T17:46:00+0200
Auf diesen Abend haben 18 Jugendliche der Pestalozzi-Realschule sowie die Gäste aus Israel und Palästina lange gewartet. Auch Rocksänger Peter Maffay und sein Gitarrist Peter Keller haben diesem Moment entgegen gefiebert. Gestern war es endlich so weit.
Der Song „We care”, den die Schüler aus drei Ländern gemeinsam aufgenommen haben, wurde in der Aula der Realschule der Öffentlichkeit vorgestellt.
In dem rockigen Lied fassen die Jugendlichen aus drei Nationen die Erinnerungen und Erfahrungen bei ihrem Austausch in Worte. „We care” – zu deutsch: Wir kümmern uns. Ein Anliegen, das die Schüler verinnerlicht haben. „Ihnen fällt es leicht, Brücken zu bauen”, sagte Schulleiterin Silvia Zens. „Davon können wir alle lernen.”
Neben Peter Maffay und Peter Keller waren auch der Gesandte des Staates Israels, Ilan Mor, sowie Familienminister Armin Laschet und die Bochumer Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz in der Realschule zu Gast. Sie alle betonten Stellenwert dieses Projekts: „Brücken zwischen den Nationen zu bauen fördert die Verständigung. Die erlebten Erfahrungen tragen die Jugendlichen weiter in ihre Familien und in ihren Freundeskreis”, erklärte die Oberbürgermeisterin.
Ilan Mor von der israelischen Botschaft in Berlin ging in seinem Grußwort sogar noch einen Schritt weiter: „Irgendjemand aus dieser Gruppe wird eines Tages eine Entscheidung treffen müssen, die für die deutsche, palästinensische und israelische Seite von Bedeutung ist. Dann wird er sich an diesen Austausch erinnern und die richtige Entscheidung treffen. Ich glaube, wir werden irgendwann in Frieden leben. Wir haben gar keine andere Möglichkeit, als den Frieden.”
Minister Armin Laschet rief in Anlehnung an den Wahlslogan des amerikanischen Präsidenten Barak Obama den Schülern zu: „Yes, we care. Ja, wir kümmern uns um eine bessere Zukunft.”
Zum Abschluss des Abends und damit auch zum Abschluss des Austauschs präsentierten Maffay, Peter Keller und die israelische Sängerin Tsipi Mashid zusammen mit den Schülern den Song. Seit Dezember haben die Jugendlichen in Workshops mit den Musikern an Melodie, Akkorden und Text gefeilt, bis sie das Werk am Sonntag in Maffays privatem Tonstudio am Starnberger See endlich aufnehmen konnten. „Das war für mich der größte Moment, als die Schüler gesungen haben: da waren zwar falsche Töne bei, aber so viel Herz, das war unglaublich”, erklärte Gitarrist und Musikproduzent Peter Keller. „Der Song ist einerseits eine Erinnerung für die Jugendlichen und andererseits ein geiles Stück Musik.”
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