Weltladen erhält Würdigung

V.l.n.r.: Gabriele Rebbe, Klaus-Jürgen Franke, Margret Himpeler und Ulrike Arnold in ihrem Weltladen in der Wattenscheider Friedenskirche.
V.l.n.r.: Gabriele Rebbe, Klaus-Jürgen Franke, Margret Himpeler und Ulrike Arnold in ihrem Weltladen in der Wattenscheider Friedenskirche.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Morgen große Ehrung im Alice-Salomon-Berufskolleg. Wattenscheider Aktivisten der AG Eine Welt engagieren sich mit Schule für nachhaltige Nahrungsmittel. Politiker und Schulministerin zeichnen aus.

Wattenscheid..  „Es ist schön, dass unser aller Tun in diesem öffentlichen Rahmen gewürdigt wird“, sind Gabriele Rebbe und Klaus-Jürgen Franke stellvertretend für die AG Eine Welt Wattenscheid zurecht stolz. Am morgigen Mittwoch wird diese für ihre Verdienste um die Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ im Alice-Salomon-Berufskolleg (Bochum) ausgezeichnet. Als außerschulischer Netzwerkpartner der Bildungseinrichtung hat der Weltladen Friedenskirche das Projekt durch zahlreiche Aktionen zum Thema „bewusste Ernährung“ mitgetragen.

Kerninhalte waren dabei u.a. folgende Fragen: Wie sollen sieben Milliarden Menschen satt werden? Wie geht man verantwortungsbewusst mit Lebensmitteln um? In welchem Verhältnis steht die Produktion von Tier- und Menschennahrung? Rebbe spricht eine zentrale, typisch westliche Entwicklung an: „Die Portionen werden üppiger, gleichzeitig aber wird immer mehr Essen weggeschmissen. Das ist nichts anderes als Ressourcenvergeudung, die letztlich zur Knappheit führt.“

Kein Votum für Verzicht

Beim Thema nachhaltige Ernährung und Lebensmittel seien jedoch viele noch nicht im Bilde, berichtet Franke: „Wir stellen das leider öfter speziell bei älteren Generationen fest. Unsere Hinweise werden meist als Nörgelei und Schwarzmalerei, wir selbst als Spielverderber wahrgenommen.“ Dabei ginge es den Aktivisten der AG keinesfalls darum, Verzicht zu predigen oder einzuschränken: „Jeder soll und kann genießen und dabei trotzdem den eigenen Lebensstil an die weltweiten Gegebenheiten anpassen. Sonst benötigen wir bald drei Erden, um der Nachfrage gerecht zu werden.“

Auch die Träger der Kampagne, die NRW Landesministerien für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz sowie für Schule und Weiterbildung, wollen den Aspekt der Nachhaltigkeit gezielt in Lehrplänen integrieren: „Deshalb haben wir den Unterricht des Alice-Salomon-Berufskollegs besucht und regelmäßige Info-Pausen während der ,Fairen Woche’ veranstaltet“, teilt Rebbe mit. Zusammen mit den Schülern könne man direkt Erfolge vorweisen: Seit Ende 2013 gibt es wöchentlich einen „Veggie-Tag“ in der Schulkantine. „Wir freuen uns, dass so viele Schulen mit an der Zukunft arbeiten und hoffen, durch die Veranstaltung auch weitere mobilisieren zu können“, so die beiden Aktivisten.

In Kooperation mit der Bio-Vollkorn-Bäckerei Hutzel sorgen sie für die Verköstigung während der Ehrung, die mit hohem Besuch aufwartet. Bochums OB Ottilie Scholz, Hernes Bürgermeister Erich Leichner und Schulministerin Sylvia Löhrmann zeichnen die anwesenden Netzwerkpartner sowie rund 300 Schüler von 13 teilnehmenden Bochumer und Herner Schulen aus. „Das zeigt, dass auch die Politik, um die Schwierigkeiten der Vermittlung des Anliegens weiß“, sind Rebbe und Franke froh über diese Wertschätzung.