Watt'n Gewusel
21.11.2008 | 17:29 Uhr 2008-11-21T05:29+0100Sofie hängt im Netz. Ob das schön ist? „Jetzt gerade nicht so”, sagt sie fröhlich, nimmt Schwung, und wirbelt sich heraus. Das Netz, eine Neuanschaffung des Watt'n Zirkus, ist ihr neuer Favorit – bei der Zirkusgala im Januar will sie darin glänzen.
Dafür lässt die Zwölfjährige das Vertikaltuch gerne links liegen. „Ich finde das Netz spannender.” Und so klettert sie jetzt darin herum, wickelt sich die Schlaufen um die Beine und wagt kühne Überschläge. „Am Anfang hatte ich schon Angst, mich einfach fallen zu lassen”, gibt sie zu. Bei der Probe steht ihr heute Profi-Akrobatin Christiane „Tjan” König aus dem Variete´ Et Cetera zur Seite, die in paar gute Tipps für die Luftakrobatinnen parat hat. Ihr Kollege, Francois Borie, zeigt derweil den Jongleuren neue Tricks.
Am Freitagnachmittag verwandelt sich die große Sporthalle der Maria Sibylla Merian-Gesamtschule regelmäßig in eine Zirkusmanege. Immer mittendrin: „Zirkusdirektor” Jürgen Furmaniak. Sein Job: in diesem Gewusel den Überblick zu behalten. Da kann es auch schon mal lauter werden, wenn am anderen Ende der Halle etwas nicht nach Plan läuft. „Pack den Basketball weg”, brüllt er. Der zur Ordnung Gerufene spurt prompt, der Pädagoge ist zufrieden.
Noch knapp zwei Monate sind es bis zur großen Watt'n Zirkus-Gala am 23. Januar – die Proben sind in vollem Gange. Titel: „Wunderbar”. „Wir hatten bisher immer Titel, in denen das Wörtchen ,wat' vorkam”, erzählt er. „Aber das wird in letzter Zeit so inflationär in Wattenscheid gebraucht, dass wir da keine Lust mehr zu hatten.” Deshalb also Wunderbar: „Wunderbar passt eigentlich auf alles. Es wird eine Wunder-Bar im Foyer geben und an der Kasse werden wir Wunder-Bares einnehmen”. Zuvor werden einige Akrobaten am 13. und 14. Dezember in der Weihnachtsgala des Gospelprojekts Ruhr in der Essener Grugahalle auf der Bühne stehen.