Wattenscheider Hilfe kommt an im Nordirak

Wattenscheid..  Die Gräueltaten der Terrororganisation IS und die andauernden schweren Kämpfe im Irak haben Millionen Menschen in die Flucht getrieben (die WAZ berichtete mehrfach). Hunderttausende retteten sich in die autonome Region Kurdistan im Nordirak. Doch das relativ kleine Gebiet, in dem nur fünf Millionen Menschen leben, hat bei weitem nicht genug Kapazitäten, um allen Hilfesuchenden sichere und isolierte Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. So leben Familien mit Kindern unter einfachsten Bedingungen in Rohbauten, Zelten oder baufälligen Hütten ohne sanitäre Einrichtungen oder Kochmöglichkeiten.

Der Wattenscheider Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel rief daher gemeinsam mit der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen die Initiative „Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet“ ins Leben. Auch Farat Toku, Trainer der SG Wattenscheid 09, gehört zu den größten Unterstützern des Hilfsprojekts.

Unter der Schirmherrschaft von Karola Geiß-Netthöfel, Klaus Engel und Fritz Pleitgen wendet sich die Initiative an Städte, Unternehmen und Privatleute im Ruhrgebiet, um Spenden für ein Flüchtlingsdorf im Nordirak zu sammeln. „Das Leid der Flüchtlinge ist unvorstellbar“, berichtet der Landtagsabgeordnete, der sich bereits selbst ein Bild der Lage vor Ort in Flüchtlingscamps im Nordirak machte und Gespräche mit Vertretern der Regierung sowie verschiedenen Hilfsorganisationen führte. „Die Menschen haben auf der Flucht alles verloren. Unser Projekt setzt dort an, wo Hilfe dringend gebraucht wird. Mehr als 25 Prozent der Bewohner des Ruhrgebiets haben einen Migrationshintergrund. Umso bedeutungsvoller ist unsere gemeinsame solidarische Initiative.“

Seit Beginn des Projekts sind mehr als 200 000 Euro an Spendengeldern gesammelt worden. Davon sind bereits 27 Container für je zwei Familien gebaut worden, 13 weitere sind bestellt. Weitere Wohncontainer, eine Schule und eine Krankenstation sollen noch entstehen.

Weitere Info, auch zur Unterstützuung, sind abrufbar per Mail über: serdar.yueksel@landtag.nrw.de