Was Jugendliche im Ruhrgebiet bewegt
25.11.2009 | 16:46 Uhr 2009-11-25T16:46:00+0100
Wattenscheid. Jugendliche aus dem Ruhrgebiet beschreiben ihre persönliche Lebenssituation, das Revier und seine Kulturen. Sie setzen sich mit der Vergangenheit ihrer Familien auseinander, schildern Wünsche für die Zukunft. Die Beiträge hat der Höntroper Artur Nickel in einem Buch zusammengefasst.
In einem Sammelband hat der Höntroper Artur Nickel zusammengefasst, wie Jugendliche aus dem Ruhrgebiet ihre persönliche Lebenssitution beschreiben. Der Titel des Buches: „Ruhrkulturen. Was ich dir aus meiner Welt erzähle”. Der 54-Jährige hatte in den vergangenen Jahren bereits vier Textsammlungen herausgegeben, in denen Kinder und Jugendliche ihre Befindlichkeiten und Hoffnungen, ihre Gedanken und ihre Gefühlswelt beschreiben. Schwerpunkt war bisher Essen, wo Artur Nickel an einer Gesamtschule als Lehrer arbeitet.
120 Beiträge aus mehr als 200 Texten ausgewählt
Diesmal sind es – vor dem Hintergrund des Kulturhauptstadtjahres 2010 – junge Leute aus dem gesamten Ruhrgebiet, auch aus Wattenscheid und Bochum. Nickel hatte alle Jugendlichen im Alter von zehn bis 20 Jahren dazu eingeladen, einen Beitrag zu schreiben. Über 200 Texte von Verfassern quer durch alle Schichten haben ihn erreicht, davon hat er gemeinsam mit Mitherausgeber Andreas Klink 120 Beiträge für das jetzt erschienene Buch ausgewählt.
„Sie schreiben über das, was ihnen auf der Seele brennt. Es geht es um ganz unterschiedliche Themen rund um die Alltagskultur.” Dabei wird auch deutlich, welche Schwierigkeiten, Probleme und Sorgen die jungen Menschen haben, was es ihnen erschwert, eine tragfähige Zukunft zu entwickeln – „also das, woran wir als Erwachsene mit ihnen arbeiten müssen, damit sie vorwärts kommen”, sagt Nickel.
Schmelztiegel der Kulturen
„Es sind bemerkenswerte Texte, die einen Eindruck davon vermitteln, was wir von den jungen Leuten im Revier erwarten können, wenn sie eine Chance dazu bekommen.” Gerade das Ruhrgebiet, das ein Schmelztiegel der Kulturen ist und in dem Menschen mit ganz unterschiedlichem (Migrations-)Hintergrund leben, biete eine Vielfalt von persönlichen Eindrücken und Identitäten.
„Deutlich wird auch, dass sich die meisten jungen Leute zum Ruhrgebiet bekennen, ein neues Selbstbewusstsein entwickelt haben, dass viele aber auch global denken und andere Länder als Ziele im Kopf haben, wie England, Australien, Amerika.”
Der Sammelband "Ruhrkulturen. Was ich dir aus meiner Welt erzähle” erscheint im Geest-Verlag, umfasst 328 Seiten und kostet 12 Euro.
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