Was die Jugend will und braucht
05.10.2012 | 17:54 Uhr 2012-10-05T17:54:00+0200
Was will die Jugend? Was interessiert sie? Was ist unter Sozialraum bedingten Gesichtspunkten wichtig und nötig für junge Menschen? Darüber machen sich im Grunde ständig, doch derzeit besonders stark, die Erwachsenen Gedanken. Etwa die, die offene Kinder- und Jugendarbeit anbieten, also tragen, und das Jugendamt, das dabei ist, den „Kinder- und Jugendförderplan“ für die Jahre 2015 bis Ende 2019 zu erstellen.
Das soziale Wohl der Kinder und Jugendlichen, die die Angebote in ihrem Stadtteil nutzen, ist das Thema. Im Gespräch mit der WAZ erklärte Lothar Keßler, stv. Jugendamtsleiter, unlängst: „Der neue Förderplan soll sehr bezirksorientiert, also stadtteilbezogen sein.“ Um herauszufinden, welche Jugendarbeit Wattenscheid und auch andere Bochumer Stadtteile benötigen, wie die jeweilige Sozialstruktur aussieht, wie und wo welche Bedarfe und Bedürfnisse bestehen, hat das Jugendamt am Donnerstag die Träger und Leiter sämtlicher Jugendfreizeiteinrichtungen der Gesamtstadt eingeladen.
Jugendamtsleiter Dolf Mehring gestern: „Wir wollen wissen, was für die Jugendlichen in den Stadtteilen von Interesse und für die Träger von Wichtigkeit ist.“ Das gelte es jetzt festzustellen. Über 40 Träger-Vertreter/innen und Einrichtungsleiter/innen sind zum Treffen gekommen. Mehring hat ihnen auch Zahlen präsentieren können. Bis einschließlich 2022 stehen in der Gesamtstadt pro Jahr 3,5 Mio Euro für die offene Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung. Laut Jugendamtsleiter hätten einige Träger eingewandt, dass dieses Geld nicht ausreiche. Mehring zur WAZ: „Bisher standen pro Kind unter 18 Jahren 62 Euro pro Jahr zur Verfügung. Jetzt sind es 67 Euro.“ Dabei sei das Budget für die Jugendarbeit nicht erhöht worden. Lediglich die Demografie habe sich verändert. „Die Zahl der Kinder und Jugendlichen sinkt“, so der Jugendamtsleiter. Froh sei er, „dass der Jugendbereich einer der wenigen im Bochumer Haushalt ist, der im Zuge des Haushaltssicherungskonzepts keine Kürzungen erfahren hat.“
Um den „Kinder- und Jugendförderplan“ nun zielgruppenorientiert fortzuschreiben, sollen die Träger bis zum Jahresende ein Konzept erarbeiten und dem Jugendamt vorlegen, wie in ihrem jeweiligen Bereich Jugendarbeit in Zukunft aussehen soll. Für Wattenscheid-Mitte sind das Ludwig-Steil-Haus, die Falken und die Stiftung Overdyck, die einen internationalen Mädchentreff unterhält, gefragt. Mehring: „Über Raumangebote in Wattenscheid haben wir bei diesem Treffen noch nicht gesprochen. Wir denken nicht in Steinen, sondern in Inhalten.“
16:07
... ist jedenfalls keine Milchmädchenrechnung vom Koll. Mehring! Orientieren sich die Personalkosten in den Jugendfreizeiteinrichtungen etwa an der Demografie?? Dann könnte man - mit der gleichen Logik - doch auch die Bezüge im Jugendamt auf den jetzigen Stand deckeln, oder? Es gibt ja immer weniger zu tun....