Von der Kohle zur Kunst

Das Kunstwerk besteht aus 42 Leinwänden
Das Kunstwerk besteht aus 42 Leinwänden
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto

Wattenscheid.. Dieses monumentale Kunstwerk soll für einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekord sorgen – in Hinblick auf Dauer, Beteiligung und Größe: 42 Künstler/innen bemalten in anderthalb Tagen mit Acrylfarbe eine Riesenleinwand im Kunstzentrum an der Lohrheidestraße.

Dort ging es mächtig rund, die Gemälde auf den 42 Einzel-Leinwänden zeigen berühmte Bauwerke und Persönlichkeiten des Ruhrgebiets. Am Sonntagnachmittag zierte dann das gigantische Gesamtwerk im Format 6,4 x 7 Meter die Fassade des Instituts für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie (IBKK).

Ein Handschlag steht dabei im Zentrum des Weltrekordkunstwerks: Den Übergang von der Kohle- zur Kulturregion symbolisiert ein Handschlag zwischen geschwärzter Arbeiter- und farbenfroher Künstlerhand. Das Motto bleibt der Region treu: „Von der Kohle zur Kunst“ steht nicht nur stellvertretend für den Strukturwandel des Ruhrgebiets, sondern ist gleichzeitig auch bestimmender Faktor des Werkes.

Außergewöhnliche Aktion

Die Zeitspanne für die Malarbeiten war knapp bemessen. Zudem mussten die Leinwände zusammengeschraubt werden. Keine einfache Aufgabe, um das weltweit größte gemeinsame Gemälde dieser Art zu erstellen. Monika Wrobel-Schwarz, Direktorin des IBKK, und Roland Kuck als künstlerischer Projektleiter waren deshalb mächtig stolz auf die Teilnehmer.

Nun hoffen alle auf einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde; die Anmeldung ist erfolgt. Die Idee zur Aktion kam von Daniel Czaja, nach erfolgreichem Studium am IBKK selbst dort als Dozent tätig. Er wollte „etwas Großes“ erschaffen. Czaja und seine Kollegen Nadine Rexwinkel, Björn Barends und Airbrush-Virtuose Roland Kuck entwickelten über Monate hinweg das Konzept. 14 „Pottpersönlichkeiten“, u.a. Ralf Richter, Helge Schneider und Diether Krebs, bilden dabei den „Rahmen“ des Bildes. Im unteren Teil zu sehen sind berühmte Bauwerke wie Zeche Zollverein, Dortmunder U und Bergbaumuseum Bochum.

Ziel des Projektes: Man wolle das Vorurteil, „Ruhrgebiet und Kunst passen nicht zusammen“, widerlegen, so Roland Kuck. „Wir sagen dazu ganz klar: Man muss eben etwas unternehmen, wenn man etwas erreichen möchte.“ Deshalb ist auch geplant, das Werk auf Wanderschaft zu schicken: Angedachte Stationen in Bochum sind u.a. Jahrhunderthalle, Schauspielhaus, Planetarium.