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Vom Hellweg zur A 40

14.05.2010 | 15:32 Uhr
Vom Hellweg zur A 40

Wattenscheid.Entwicklung und Ausbau der Verkehrswege im Ruhrgebiet sind eine Geschichte, die sich wie ein roter Faden durch die Topographie und Historie der Städte zieht.

Den Ursprung der Hauptverkehrsader des Ruhrgebiets bildet der westliche Teil der Handelsstraße „Hellweg“, der wahrscheinlich seit vor-römischer Zeit über Essen-Wattenscheid-Bochum-Dortmund bis in den Osten führt.

Unfälle waren
keine Seltenheit

1927 las man in der Wattenscheider Zeitung: „Die Unfälle auf den Straßen häufen sich. Rasende Autos und Motorräder versetzen die Bürger in Angst und Schrecken.“ „Leichenchaussee“ nannten die Höntroper den verkehrsreichen Hellwegabschnitt, der von freiem, offenen Gelände und Feldern gesäumt und trotz vorgeschriebener Richtgeschwindigkeit eine Rennstrecke war. Unfälle waren keine Seltenheit. So endete beispielsweise das rücksichtslose Überholmanöver eines Düsseldorfers mit erheblichem Blechschaden und einem Verletzten, dem Bäckergesellen Roth, vor dem Bochumer Strafgericht. Bedenkt man, dass viele Menschen um 1927 noch mit Pferdekarren unterwegs waren, waren 60 km/h rasant.

Am Verlauf des Hellwegs orientierten sich alle nachfolgenden Schnellstraßen: die parallel zum Hellweg verlaufende sog. Reichsstraße entstand ab 1750 als „Chausee-Straße“. Von 1926 bis 1932 wurde der dreispurige Teilabschnitt über Essen erbaut, die Reichsstraße 1, und entlastete damit das Verkehrsaufkommen auf dem Hellweg.

Mit Beginn der Zechen, Stahl- und Großindustrien und dem damit einhergehenden Anstieg des Individualverkehrs begannen ab 1954 bis 1963 die Ausbauarbeiten im Ruhrgebiet zur vierspurigen Schnellstraße mit Mittelstreifen. Der Ruhrschnellweg von Duisburg bis Dortmund-West, die Bundesstraße 1 (B 1), wurde in Teilabschnitten eingeweiht.

1958 war der Abschnitt Wattenscheid-Bochum nebst seitlich angelegten Radwegen fertiggestellt, die 1967 aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zurückgebaut wurden.

Hellweg sollte nicht zur Rennstrecke verkommen

Eine Statistik aus dem Jahr 1966 bestätigt den Anstieg des Kraftfahrzeug-Verkehrs seit 1950. „Waren in Wattenscheid 1938 2045 Kfz gemeldet, waren es 1950 nur 1349, 1956 4299 Kfz, 1966 11820 Kfz.“ Von den hohen Unfallzahlen alarmiert, waren die Stadtoberen ab 1968 u.a. darum bemüht, den Hellweg nicht zu einer Rennstrecke verkommen zu lassen. „Die Sicherheit der Fußgänger muss beim Überqueren des Hellwegs gewährleistet sein. Es wird keine höhere Geschwindigkeit eingeführt.“

1977 hieß es, dass es alle 139 Stunden ein Todesopfer im Straßenverkehr gibt, trauriger Spitzenreiter war die Westenfelder Straße.

18 Geschwindigkeitsüberschreitungen registrierte man auf der B 1 auf einer Strecke von 5,2 Kilometern Länge. Die Ursachen waren oftmals eine „krampfhafte Bewegungsunfähigkeit, sinnloses Lenkrad-Reißen, unzweckmäßige Reaktion, aber auch große Unsicherheit im Straßenverkehr“.

Im Juni 1977 folgte per Erlass die zum 1.1. rückwirkende Aufstufung der B 1 zur Bundesautobahn A 430, am 18. Juli lief die Einspruchsfrist ab. Im Wattenscheider Gebiet lagen die Anschlussstellen Hermann-, Bahnhof- und Wattenscheider Straße. 1976-77 staute sich der Verkehr im Zuge der Fahrbahnerneuerung zwischen Bochum und Wattenscheid am Anschluss Bahnhofstraße. 1992 wurde die A 430 zur A 40.

Delia Albers

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