Vom Bildschirm in den Biergarten

Mitglieder der WAT-Facebookgruppe beim Treffen am Samstag.
Mitglieder der WAT-Facebookgruppe beim Treffen am Samstag.
Foto: FUNKE Foto Services

Wattenscheid..  Normalerweise kommunizieren sie virtuell miteinander: auf Facebook in der Gruppe „Du weiss, dat Du aus Wattenscheid komms, wenn...“. Am Samstag trafen sich nun Gruppenmitglieder im Biergarten an der Freilichtbühne, um auch im realen Leben miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Es ist bereits das zweite Mal, dass wir uns treffen, einmal haben wir das schon im vergangenen Herbst gemacht“, erklärt Gruppenadministrator Robert Neumann. „Der Wunsch kam in der Gruppe auf und es ist sehr schön, die Gesichter hinter den Namen kennenzulernen. Bei einigen stellt man auch fest, dass man sich vom Sehen her kennt und nur nicht wusste, dass sich diese Person hinter dem Facebooknamen verbirgt“, fährt er fort. „Aber es ist auf jeden Fall auch etwas anderes, wenn man sich persönlich unterhält und nicht nur etwas in die Gruppe postet und es dann kommentiert“, betont Gruppenmitglied Lothar Kuhn.

Inzwischen hat die Gruppe 5690 Mitglieder, die über so gut wie alles diskutieren, was in der Alten Freiheit los ist: „Es sind viele tagesaktuelle Themen, die dort zur Sprache kommen, es wird auf Veranstaltungen, die hier stattfinden, hingewiesen. Im Moment wird viel darüber geschrieben, wie und wo man die Hitze gut aushalten kann“, meint Robert Neumann mit einem Schmunzeln.

Gute Gelegenheit, um sich persönlich kennenzulernen

„Wir haben auch einige Leute in der Gruppe, die gerne fotografieren und regelmäßig Bilder von schönen Seiten Wattenscheids zeigen. Und ganz wichtig: Wir versuchen, immer aktuell über die SGW zu berichten, wenn wir in Wattenscheid schon eine Regionalliga-Mannschaft haben, müssen wir die doch auch unterstützen.“

Die Runde ist sich einig: Man müsse schon einen Bezug zu Wattenscheid haben, sonst sei man in der Gruppe aufgeschmissen.

„Es geht uns auch darum, zu zeigen, dass es einen Zusammenhalt unter den Menschen hier gibt“, berichtet Robert Neumann, der in Essen Englisch und Geschichte auf Lehramt studiert und in seiner Freizeit die Gruppe führt. „Nach dem Sturm im vergangenen Jahr haben wir Hilfe fürs Aufräumen organisiert. Im Mai haben wir eine große Spendenaktion für den ,Treffpunkt für Menschen mit Behinderung’ ins Leben gerufen und konnten der Treffpunktleiterin Gabi Choryan rund zweitausend Euro übergeben. Die Gruppe konnte von dem Geld einen Ausflug ins Römermuseum in Xanten ausrichten“, erinnert sich Neumann.

Es sei „einfach schön, wenn man merkt, dass wir nicht nur irgendeine Facebookgruppe sind, sondern zusammen etwas erreichen und uns gegenseitig unterstützen können“, so Neumann, der die Gruppe zwar nicht selber gegründet hat, aber seit einiger Zeit Administrator ist. Und damit in Wattenscheid kein Unbekannter: „Manchmal werde ich in der Stadt angesprochen, ob ich nicht derjenige aus der Facebookgruppe sei, wenn mich Leute nur von meinem Profilbild kennen, das macht dann schon Spaß.“