Villa bietet Kindern in Not bald Schutz

Grünes Licht für die neue „Kinderschutzvilla“, die das Ev. Kinder- und Jugendhaus (Diakonie) am 1. April an der Graf-Adolf-Straße 2 eröffnet.Foto:Stefan Arend
Grünes Licht für die neue „Kinderschutzvilla“, die das Ev. Kinder- und Jugendhaus (Diakonie) am 1. April an der Graf-Adolf-Straße 2 eröffnet.Foto:Stefan Arend
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Ev. Jugendhaus Centrumplatz hat zentral gelegenes Gebäude an der Graf-Adolf-Straße erworben. Eröffnung am 1. April. Vorndamme: „Schnell reagieren“

Wattenscheid..  Wohin mit dem Kind, wenn es in der Familie so richtig kracht? Not ist, Konflikte das Leben daheim für das Kleine erst einmal unmöglich machen? Das Jugendamt eingreifen muss, um das Kind übergangsweise aus der Familie zu holen und geschützt unterzubringen? Am 1. April eröffnet die „Kinderschutzvilla“ an der Graf-Adolf-Straße 2, getragen vom Ev. Kinder- und Jugendhaus (gemeinnützige GmbH mit Ambulantem Hilfezentrum), mit Sitz am Centrumplatz.

Für Wattenscheider Kids gedacht

Die 1898 erbaute, unter Denkmalschutz stehende Villa wird dann acht Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren eine Bleibe bieten. Im Gespräch mit Peter Vorndamme, Gesamtleiter des Ev. Kinder- und Jugendhauses in Trägerschaft der Diakonie Gelsenkirchen/Wattenscheid, erfuhr die WAZ, dass „wir das Haus im Herbst vergangenen Jahres genau zu diesem Zweck erworben haben.“ Schon lange habe die Einrichtung nach einem geeigneten Gebäude – am besten zentral und in erreichbarer Nähe zum Centrumplatz – gesucht. Vorndamme: „Eine Kollegin hat im Oktober zufällig ein Maklerschild vor der Villa entdeckt. Für uns stand schnell fest: Das ist das richtige Haus.“

Anfang April wird zunächst die sogenannte „Diagnosegruppe“, eine Gruppe von Kindern aus dem gesamten Ruhrgebiet, die übergangsweise ihre Familien verlassen mussten und jetzt noch in Gelsenkirchen untergebracht sind, in die „Kinderschutzvilla“ einziehen. Aber mit dem Umzug nach Wattenscheid soll sich auch das Konzept verändern, erklärt Vorndamme. „Hier sollen vor allem Wattenscheider Kinder sofort eine Unterbringungsmöglichkeit geboten bekommen.“ Oft sei es der Fall, dass „ganz schnell eine Lösung gefunden werden muss.“ Bis zu maximal drei Monaten sollen die Kinder dann in der Villa leben und durch die zentrale Lage auch weiterhin ihren Kindergarten oder ihre Schule besuchen können. Betreut werden sie im Haus von fünf Erzieher/innen. Zudem sorgt eine Hauswirtschaftskraft für sie. Vorndamme: „Es versteht sich von selbst, dass in dieser Zeit Kontakt zum Elternhaus gehalten wird, denn die Kinder sollen ja so schnell wie möglich wieder in ihre Familien zurückkehren.“

Das Konzept habe das Ev. Kinder- und Jugendhaus „schon lange im Kopf gehabt“, so Vorndamme, „aber das Haus fehlte halt.“ Jetzt hätten die Kinder viel Platz – drinnen wie draußen.

Beschaffenheit des neuen alten Hauses