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Viele Vorschlage bleiben ungehört

12.01.2016 | 07:44 Uhr
Viele Vorschlage bleiben ungehört
Zum Neujahrsempfang und Bürgertreff hat der Verein „Bündnis für Leithe“ eingeladen. Hauptkommissar Thomas Drulla im Gespräch Bündnissprecher Holger Bleul, dabei auch Vorsitzende Dr. Gudrun Altgassen (l.). Foto:Joachim Haenisch

  Bündnis für Leithe hat zum Neujahrsempfang und Bürgertreff eingeladen. Unterstützung, etwa durch die Stadt, lasse zu wünschen übrig, so der Vorstand

Auf ein Jahr mit Höhen und Tiefen hat jetzt das Bündnis für Leithe (BfL) zurückgeblickt. Beim Neujahrsempfang auf dem Parkplatz der Barbara-Apotheke (Kemna-straße) suchten die Aktiven erneut den Dialog mit Bewohnern des Ortsteils: „Wir freuen uns über das Feedback zu unseren Aktionen 2015 und erhoffen uns zudem Impulse für das neue Jahr“, so Pressesprecher Holger Bleul.

An Ideen und Initiative zur Verbesserung Leithes mangelt es dem Bündnis keinesfalls. Lediglich die Unterstützung, u.a. durch die Stadt, ließe zu wünschen übrig, beklagt der Vorstand.

Nächste Runde für „Leithe Vision“

So bleibt vielen Vorschlägen die Realisierung versagt und ein bitterer Geschmack bei den Engagierten zurück, wie Vorsitzende Gudrun Altgassen schildert: „Es macht sich Frust breit. Durch viele Entscheidungen gegen unseren Willen geht es mit Leithe bergab. Konzepte, die wir entwickelt und vorgestellt haben, um dem entgegenzuwirken, werden nicht umgesetzt.“

Im Zentrum der Kritik steht weiterhin die Schließung der Grundschule Bertramstraße. Das Gelände um das leerstehende Gebäude vermülle zusehends, die ehemalige Lehranstalt ist zudem unbewohnbar. Pfingststurm Ela beschädigte 2014 Scheiben, es bildete sich Schimmel. Dennoch legte das Bündnis einen Plan für eine Neunutzung als Mehrgenerationenhaus vor. Die faktische Schließung bzw. das „Auslaufen“ des städtischen Friedhofs bringt weitere Probleme mit sich, da die Wege zur nächsten kommunalen Ruhestätte nach Höntrop weit sind. Auch die unsichere Situation um die evangelische und katholische Kirchengemeinde gibt Bürgern wie Bündnis Grund zur Sorge: „Die angekündigten Einsparungen könnten auch Kindergärten treffen.“

Lokales
Weit entfernt von einer Umsetzung

Verschiedene Verwendungsmöglichkeiten für das leerstehende Gebäude der ehemaligen Grundschule an der Bertramstraße kamen beim Neujahrsempfang in Leithe zur Sprache. Die Umsetzung scheitert neben dem Schimmelbefall an aktuellen Plänen der Stadt Bochum, zukünftig dort Unterricht für Flüchtlinge anzubieten, teilt der Vorstand des BfL mit. Wie dies möglich sei, erschließt sich den Verantwortlichen nicht. „Aus den ehemaligen Klassenräumen wurden u.a. die Tafeln herausgerissen“, sagt Vorsitzende Altgassen. Neben Anfragen von Künstlern, die dort gerne ein Atelier errichtet hätten, hat das BfL ein konkretes Konzept für eine Neunutzung vorgelegt. „Wir haben ein Mehrgenerationenhaus mit integrierter Demenz-WG sowie Seniorenwohnungen vorgeschlagen. All das könnte für neues Leben in Leithe sorgen. Es gäbe wieder Anreize für den Einzelhandel, kleine Läden in der Nähe zu eröffnen, Veranstaltungen von Vereinen/Verbänden könnten etabliert werden und der Stadtteil wäre für junge Familien wieder deutlich attraktiver“, so Altgassen. Von einer Umsetzung sei man jedoch weit entfernt. Sie kritisiert: „Eine Privatisierung des Friedhofs durch einen lokalen Bestatter wurde nicht realisiert, so dass wir manchmal das Gefühl haben, mit unseren Ideen vor die Wand zu laufen.“

Doch auch positive Aspekte stehen auf der Agenda für 2016. Der erfolgreiche Fotokalender „Leithe Vision“ geht im Sommer in die nächste Runde, berichtet Bleul. Polizeihauptkommissar Thomas Drulla hat angeboten, eine Infoveranstaltung zum Thema Einbruchprävention für alle Bürger durchzuführen und den Austausch anzuregen: „Dadurch sollen Hemmschwellen abgebaut werden zwischen Polizei und Anwohnern. Das würde beiden Seiten helfen, Missstände zu beseitigen“, so Bleul weiter. Als ebenfalls erfreulich bewertet er die Zusammenarbeit mit dem Seniorenbüro Wattenscheid, durch die sich u.a. eine Wandergruppe gegründet hat. Der Bündnissprecher betont außerdem, dass die Kommunikation zwischen der Stadt Bochum und den Bürgern zum Thema „Flüchtlinge“ besser geworden sei. Gemeinsame Aufführungen, u.a. auf dem Leither Weihnachtsmarkt und während eines Schul-Zirkus-Projektes, von Kindern des Stadtteils und Zugewanderten seien ein Beispiel erfolgreicher Integration.

Timo Gilke

Kommentare
16.01.2016
10:27
Viele Vorschlage bleiben ungehört
von Thomas1971 | #1

Ist ja interessant das sich der Dorfpolizist überhaupt mal sehen lässt

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2016-01-12 07:44
Wattenscheid