Viel Routine und ein Drama
14.02.2012 | 18:15 Uhr 2012-02-14T18:15:00+0100
Wattenscheid.Löschen, Retten, Helfen: In der Hellwegstadt hatten die Floriansjünger auch in 2011 wieder alle Hände voll zu tun. Jetzt zog die Wehr Jahresbilanz.
Nicht nur der Großbrand in der Lagerhalle am Wilhelm-Leithe-Weg ist den Feuerwehrleuten dabei in Erinnerung geblieben. Vor allem viele kleinere Maßnahmen waren es, die den Alltag ausgemacht haben. „Es sind erneut insgesamt mehr Einsätze geworden als im Vorjahr. Dafür hatten wir jedoch weniger spektakuläre“, schildert Feuerwehr-Sprecher Simon Heußen die Situation.
In konkreten Zahlen ausgedrückt: Die Wattenscheider Feuerwehr musste zu 298 Bränden ausrücken und übernahm rund 400 Technische Hilfsleistungen, 4465 Rettungstransporte sowie 2756 Krankentransporte. Kein Pappenstiel für die Wache an der Grünstraße – und in ganz Bochum eine Herausforderung. „Vor allem die Verlegungsfahrten nehmen stadtweit zu, dafür haben wir mehr Personal eingestellt“, erklärt Heußen.
Zu Abweichungen von der Routine kam es vornehmlich im Oktober. „Ein herausragender Monat“, findet nicht nur Heußen und nennt Beispiele. So verletzte sich eine Person bei einem Kellerbrand in Eppendorf, an der Blücherstraße in Günnigfeld kam es zu einem Wohnungsbrand mit zehn geretteten und vier verletzten Personen. „Im gesamten Haus befanden sich noch Leute. Eine schwangere Frau stand acht Minuten in Verbindung mit dem Notruf, teils dramatische Szenen haben sich dort abgespielt. Auch für uns keine leichte Situation.“
In solchen Fällen halten die freiwilligen den hauptberuflichen Feuerwehrleuten den Rücken frei. Auch hierbei kann sich die Statistik in der Alten Freiheit sehen lassen. 160 Aktive (davon sieben Frauen) und 29 Jugendliche (davon 4 Mädchen) engagieren sich ehrenamtlich bei den Floriansjüngern. Damit stellt Wattenscheid den stärksten Abschnitt im Stadtgebiet.
Mit dem Notarztwagen am Standort Martin-Luther-Krankenhaus (MLK) habe sich außerdem eine Neuerung in der Hellwegstadt etablieren können, berichtet Heußen. Das Pilotprojekt, das im November 2010 zunächst für ein Jahr gestartet worden war, geht daher in die Verlängerung. Seit Anfang dieses Jahres wurden die Einsatzzeiten sogar ausgeweitet. Das Notarzteinsatzfahrzeug steht an fünf Tagen in der Woche für sechs Stunden der Feuerwehr Bochum zur Verfügung.
„Das Projekt ist ein voller Erfolg“, weiß Dr. Alexander Andres, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am MLK um die Wichtigkeit des Wagens für die Menschen vor Ort. „In 2011 sind wir im Durchschnitt 26 Mal pro Monat zu Noteinsätzen gerufen worden. Davon sind wir 19 Primäreinsätze gefahren, durchschnittlich sieben Mal wurden wir für Krankenhaus-Verlegungen gerufen. War die vorrangige Aufgabe des Notarztwagens am MLK zunächst die arztbegleitete Verlegungsfahrt von Patienten in andere Krankenhäuser, hat sich die notärztliche Versorgung doch als vordringlicher Grund für das Ausrücken herausgestellt.“
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