Vergleich bevorzugt

Erstmals seit Jahren hat das Arbeitsgericht wieder mehr Fälle erledigt als neu eingegangen sind. 2550 Verfahren wurden 2014 abgeschlossen, wovon lediglich knapp acht Prozent durch ein Urteil, die meisten dagegen (63 Prozent) durch einen Vergleich endeten. In diesen Fällen einigten sich die beiden Parteien. Insgesamt halte die positive Tendenz der vergangenen Jahre an, so Arbeitsgerichtsdirektor Christian Vollrath in seiner Bilanz im Rahmen des Neujahrsempfangs.

2360 Klagen im Bereich der Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Gerichtsbezirk, der Bochum und Witten umfasst, wurden 2014 eingereicht – zehn Prozent weniger als 2013. Sie bescherten den vier Arbeitsrichtern eine durchschnittliche Prokopf-Belastung von 590 jährlich neu zu bearbeitenden Fällen. Bei den Streitgegenständen handelte es sich in der Mehrheit (44 Prozent) um Bestandsstreitigkeiten, insbesondere Kündigungsschutzklagen.

Den nächst größeren Anteil machten Zahlungsklagen aus (23 Prozent), bei denen es um finanzielle Leistungen geht. Weitere typische Streitgegenstände sind Abmahnungen oder die betriebliche Altersversorgung. Dem Ruf als schnelle Gerichtsbarkeit sei, so Vollrath, das Arbeitsgericht gerecht geworden: Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Bestand von Arbeitsverhältnissen wurden zu knapp 92 Prozent innerhalb von sechs Monaten und zu etwa 75 Prozent in bis zu drei Monaten beendet. Insgesamt seien 89 Prozent der Neueingänge innerhalb von sechs, 71 Prozent innerhalb von drei Monaten erledigt worden.