Verein steht vor dem Nichts

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Wattenscheid..  Der FC Höntrop 80 ist geschockt: „Die Pläne bedeuten für uns das Aus“, wird Vorsitzender Bernhard Schanz deutlich. Denn ein Umzug sei für den Verein nicht zu stemmen. „Weder in den Köpfen, noch finanziell“, kündigt der 54-Jährige bereits an.

Zum Hintergrund: Im Rahmen einer Sportstätten-Entwicklungsplanung wurden seitens der Verwaltung die Bedarfe 2015 bis 2020 für den Teilbereich Fußballsport ermittelt. Die Vorlage geht jetzt durch die entsprechenden politischen Gremien, ist heute zunächst Thema im Sportausschuss (15 Uhr, Freizeitzentrum Kemnade, Querenburger Straße), dann auch in der Bezirksvertretung Wattenscheid (3. März). Darin heißt es, dass der „vereinsorganisierte Fußballsport“ an der Höntroper Straße bis 2020 auslaufen soll, der FC 80 über kurz oder lang also eine neue Heimspielstätte bräuchte.

„Wir haben seit der Gründung viel Herzblut in die Anlage investiert, das Vereinsheim aufgebaut, pflegen den Platz zu einem großen Teil selbst“, schildert Schanz. Rund 100 aktive Fußballer und circa 150 passive Mitglieder wären von der Sportstättenschließung betroffen. „Fast täglich treffen sich ältere Mitglieder im Vereinsheim auf eine Tasse Kaffee oder ein Bier. Das würde alles wegbrechen, wir können ja kein Haus transportieren.“ Was Schanz damit sagen will: Der von der Stadt vorgesehene Ersatzsportplatz „Auf dem Esch“ komme kaum in Betracht. „Zudem weichen der SV Höntrop, der FC Neuruhrort und Germania Bochum-West regelmäßig auf unseren Platz aus. Wo sollen die hin?“, fragt sich Schanz.

„Wir hätten dann auf jeden Fall zwei Sorgenkinder bei uns“, sagt Andreas Stumpf. Der Pressesprecher des FSV Sevinghausen sieht die Probleme ähnlich wie der FC 80-Vorsitzende, ein zweites Vereinsheim am Rande des Wattenscheider Hellwegs sei kaum realisierbar. Aber ob man „ein Gebäude zusammen nutzen will und darf“, weiß Stumpf auch nicht.

Fakt ist hingegen: Der FSV hatte sich ebenfalls mehr vom Sportstätten-Entwicklungsplan versprochen. „Uns laufen die Kinder weg“, betont Stumpf. „Wer will schon auf Asche pöhlen, wenn es anderswo Kunstrasen gibt?“

Der Politik seien die Schwierigkeiten des FSV durchaus bekannt, die SPD-Politiker Serdar Yüksel (MdL) und Manfred Molszich (Bezirksbürgermeister) hätten sich schon vor Jahren vor Ort ein Bild von der Anlage gemacht. „Leider fehlen uns wohl am Ende schlichtweg die Beziehungen.“ Immerhin: Dieser Ascheplatz soll für 300 000 Euro saniert werden.